UBS und Deutsche Bank stufen Roche und Novartis ab: Pharma-Schwergewichte drücken den SMI
Zwei Analystenurteile zur Bewertung bremsen den SMI zum Wochenstart: Die UBS nimmt die Kaufempfehlung für Roche zurück, die Deutsche Bank rät bei Novartis nun zum Verkauf. Beide Aktien verlieren am Montagmorgen rund 1,5 %.
Die Pharmawerte hatten den Schweizer Aktienmarkt in der vergangenen Woche noch gestützt, am Montag wurden sie zur Last. Laut cash.ch notierte der SMI um 9.16 Uhr bei 14 724,69 Punkten, ein Minus von 0,58 %. Roche gaben 1,4 % nach, Novartis 1,5 %. In der Vorwoche hatte der Leitindex rund 2,4 % zugelegt.
UBS: Bei Roche ist viel Gutes im Kurs
UBS-Analyst Matthew Weston senkte die Einstufung für den Genussschein von «Kaufen» auf «Neutral». Sein Kursziel erhöhte er zugleich von 376 auf 420 Franken, das liegt rund 6 % über dem Kurs vom Montagmorgen. Das Urteil ist also keine Absage an das Geschäft, sondern ein Urteil über den Preis: Die Aktie stieg in zwölf Monaten um mehr als 50 %, und die Bewertung bildet laut UBS das Potenzial des Brustkrebsmittels Giredestrant inzwischen ab.
Auf Basis der Gewinne von 2027 kommt Roche laut UBS auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18,8. Das sind rund 40 % mehr als bei grossen europäischen Konkurrenten. Dazu sieht die Bank mehr Wettbewerb für die Medikamente Polivy, Ocrevus und Vabysmo. Nun will sie zuerst sehen, wie sich der Marktstart von Giredestrant entwickelt. In Europa bevorzugt sie AstraZeneca, im Schweizer Markt Galderma.
Deutsche Bank: Novartis ist nach der Rally zu teuer
Deutlicher fällt das Urteil zu Novartis aus. Emmanuel Papadakis von der Deutschen Bank stufte die Aktie von «Halten» auf «Verkaufen» herab und senkte das Kursziel von 120 auf 115 Franken. Das liegt rund 13 % unter dem Kurs von Montagmorgen. Das dritte Quartal bezeichnet er als durchwachsen. Der Titel habe seit dem Bericht vom 27. Oktober dennoch zugelegt, getragen von einer breiten Umschichtung in Pharmawerte. Damit seien die Verluste nach den Studienrückschlägen bei Pelacarsen und Delucemdostat im September wieder aufgeholt.
Die Bewertung wirke deshalb nicht mehr ganz stimmig, schreibt der Analyst sinngemäss. Eine anstehende Phase-3-Studie zu Remibrutinib und ein Kapitalmarkttag könnten laut Deutscher Bank neue Impulse liefern, am Markt werde bis Jahresende aber nur mit geringen Risiken gerechnet.
Die Banken sind sich nicht einig
Bemerkenswert ist der Blick auf Roche: Die Deutsche Bank hatte den Titel nach den Quartalszahlen auf «Kaufen» hochgestuft, mit einem Kursziel von 500 Franken. RBC bleibt mit einem Ziel von 400 Franken ebenfalls positiv. Ausserhalb der Pharmabranche belastete eine weitere UBS-Abstufung: Cembra verlor rund 5 %, nachdem die Bank das Papier von «Neutral» auf «Verkaufen» gesenkt hatte.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.