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Britisches Budget: Healey verdoppelt Bankenabgabe auf 6 %, doch Bankaktien steigen um rund 4 %

28. Oktober 2026, 14:39 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der britische Schatzkanzler John Healey hat am 28. Oktober sein erstes Budget vorgelegt. Die Zusatzsteuer auf Bankgewinne steigt befristet von 3 auf 6 %. Weil Investoren mit mehr gerechnet hatten, legten Lloyds, Barclays und NatWest kräftig zu.

Es ist das erste Budget der Regierung von Premierminister Andy Burnham. Healey trat seine Rede um 13.30 Uhr Schweizer Zeit im Unterhaus an. Er bekräftigte, die selbst gesetzten Fiskalregeln einzuhalten. Laut diesen Regeln müssen die laufenden Staatsausgaben bis Ende des Jahrzehnts durch Steuereinnahmen gedeckt sein.

Bankenabgabe höher, aber kürzer als befürchtet

Die Zusatzsteuer auf Bankgewinne oberhalb eines Freibetrags, im Englischen «bank surcharge», steigt von 3 auf 6 %. Laut der Nachrichtenagentur Reuters gilt die Erhöhung nur für 15 Monate. Sie macht einen Teil der Senkung von 8 auf 3 % rückgängig, die vor rund drei Jahren unter dem damaligen Premierminister Rishi Sunak beschlossen worden war. Im Vorfeld war in Medienberichten eine Rückkehr auf 8 % diskutiert worden.

Die Börse reagierte erleichtert. Lloyds Banking Group, Barclays und NatWest stiegen nach der Ankündigung um rund 4 %, auch HSBC legte zu. Die Aktien hatten im Oktober zuvor zwischen 6 und 11 % verloren, teils wegen der Angst vor der Steuer, wie Reuters berichtete. Der Branchenverband UK Finance hält dagegen, britische Banken zahlten schon heute mehr Steuern als Konkurrenten an anderen grossen Finanzplätzen. Im Jahr bis Ende März seien es direkt 25,7 Mrd. Pfund gewesen.

Entlastung bei Energie, tieferes Wachstum

Rund 20 Millionen Haushalte in England erhalten diesen Winter eine Energiezahlung von 100 Pfund. Das kostet laut der Regierung rund 2,6 Mrd. Pfund, umgerechnet etwa CHF 2,9 Mrd. Die Mehrwertsteuer auf Haushaltsstrom bleibt bis Juli ausgesetzt, die Grundgebühren für Gas sollen ab 2027 wegfallen. Der Mindestlohn für über 21-Jährige steigt um 3,9 % auf 13,21 Pfund pro Stunde. Zudem steigt die Abgabe auf Glücksspielautomaten mit hohen Einsätzen von 20 auf 25 %.

Das unabhängige Office for Budget Responsibility (OBR), die britische Haushaltsaufsicht, erwartet für 2026 ein Wachstum von 1,2 %. Für 2027 senkte es die Prognose deutlich von 1,6 auf 1,0 %. Die Staatsschulden sollen 2027 mit 83,8 % des Bruttoinlandprodukts den Höhepunkt erreichen. Der finanzielle Spielraum gegenüber den Fiskalregeln beträgt im Fiskaljahr 2029/30 noch 15 Mrd. Pfund. Im März waren es 24 Mrd. Pfund gewesen, seither haben steigende Zinsen und hohe Energiepreise wegen des Iran-Kriegs Spielraum gekostet.

Anleihenmarkt im Fokus

Für Investoren zählt vor allem, ob das Budget die Staatsanleihen, die sogenannten Gilts, beruhigt. Die Rendite der zehnjährigen Gilts lag am Vortag bei rund 5,33 %, fast 30 Basispunkte höher als Anfang September. Das Pfund reagierte zunächst kaum. Am frühen Nachmittag kostete es rund 1,10 Franken und lag gegenüber dem Dollar 0,1 % im Minus. Am Abend folgt mit dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed der nächste wichtige Termin.

Quellen

  1. Britain's finance minister hikes bank tax to 6%, less than lenders feared (28.10.2026) – Reuters / Global Banking & Finance Review
  2. Healey announces £100 energy payment for 20 million households as he delivers Budget (28.10.2026) – Herald.Wales
  3. How new UK finance minister's first budget could affect markets (27.10.2026) – Reuters / Euronext
  4. Lloyds, Barclays and NatWest shares jump as Healey softens bank tax blow (28.10.2026) – London Loves Business
  5. UK budget: Healey sets out response to 'global economic storms' (28.10.2026) – Rallies.ai

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.