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US-Finanzministerium vor neuem Schuldenplan: Wall Street erwartet am 4. November grössere Änderungen

1. November 2026, 22:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Am Mittwoch legt das US-Finanzministerium fest, wie viele Staatsanleihen es in den kommenden Monaten verkauft. Händler rechnen mit der grössten Anpassung der Leitlinien seit Anfang 2024. Im Hintergrund stehen hohe Renditen und Rückkäufe, mit denen Finanzminister Scott Bessent die Zinsen drücken will.

Alle drei Monate veröffentlicht das US-Finanzministerium seinen Refinanzierungsplan, im Fachjargon «Quarterly Refunding». Er legt fest, wie gross die Auktionen von Notes und Bonds, also mittel- und langfristigen Staatsanleihen, sein werden. Die nächste Ausgabe erscheint am Mittwoch, 4. November. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg stellen sich die Händler an der Wall Street auf die umfassendste Überarbeitung der Emissions-Leitlinien seit Anfang 2024 ein.

Lange stabile Auktionsgrössen

Seit mehreren Quartalen hält das Ministerium an der Formel fest, die Auktionsgrössen für Notes, Bonds und variabel verzinste Anleihen «mindestens für die nächsten mehreren Quartale» unverändert zu lassen. Im August umfasste das Paket 125 Mrd. Dollar (CHF 103 Mrd.): 58 Mrd. Dollar (CHF 48 Mrd.) in dreijährigen, 42 Mrd. Dollar (CHF 35 Mrd.) in zehnjährigen und 25 Mrd. Dollar (CHF 21 Mrd.) in dreissigjährigen Papieren. Stark gewachsen ist dafür die Bedeutung kurzfristiger Geldmarktpapiere, der Bills. Sie machen rund 22 % der Schulden aus, vor der Pandemie waren es etwa 14 %.

Schon im Mai hatten die Primärhändler, die grossen Banken mit Pflicht zur Teilnahme an den Auktionen, eine Erhöhung der Auktionsgrössen für Anfang 2027 erwartet. Gemäss den damaligen Protokollen des Beratergremiums der Händler deuteten deren Prognosen für die Fiskaljahre 2027 und 2028 auf eine Finanzierungslücke von 1300 Mrd. Dollar (CHF 1070 Mrd.) hin. Die Händler rechneten damit, dass das Ministerium eine solche Änderung mehrere Quartale im Voraus ankündigt.

Bessent greift in den Anleihenmarkt ein

Hinzu kommt die aktivere Rolle von Bessent. Am 19. August verdoppelte das Ministerium die Rückkäufe länger laufender Anleihen von 2 Mrd. auf mindestens 4 Mrd. Dollar (CHF 3,3 Mrd.) pro Operation. Kurz zuvor war die Rendite der dreissigjährigen Anleihe auf 5,34 % gestiegen, den höchsten Stand seit 2007. Die Gesamtverschuldung der USA nähert sich 40 000 Mrd. Dollar (CHF 33 000 Mrd.). Die erhöhten Rückkäufe laufen vorerst bis zum 4. November.

Die Fragen an die Händler für die aktuelle Runde zeigen, worum es geht: Das Ministerium will wissen, wie die grösseren Rückkäufe auf die Liquidität gewirkt haben, wie sich die Nachfrage der Investoren strukturell verändert und welche Anpassungen bei den Auktionsgrössen sinnvoll wären. Zudem prüft es, an Tagen mit Zinsentscheiden der US-Notenbank keine Auktionen für Bills und variabel verzinste Anleihen mehr anzusetzen. Am Freitag rentierten zehnjährige US-Staatsanleihen mit 4,93 %, dreissigjährige mit 5,31 %.

Quellen

  1. Dealer Agenda November 2026 (Oktober 2026) – U.S. Department of the Treasury
  2. US Treasury to double sizes of some debt buyback operations to at least $4 billion (19.08.2026) – Reuters via Kitco
  3. Treasury Auction Guidance Unchanged at August 2026 Refunding (05.08.2026) – Curvo Journal
  4. US Treasury keeps auction sizes steady; dealers expect change in early 2027 (06.05.2026) – Reuters via Yahoo Finance
  5. Treasury Refunding: No Changes To Auction Sizes; Bessent Keeps "At Least" In Forward Guidance (06.05.2026) – ZeroHedge

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.