Rohstoffe

Fast jedes zweite US-Kohlekraftwerk erhält Staatshilfe: 950 Mio. Dollar (CHF 784 Mio.) und Ausnahmen

31. Oktober 2026, 17:23 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Regierung Trump stützt laut einer Analyse der Umweltorganisation Environmental Defense Fund 90 von 184 Kohlekraftwerken in den USA. Die Hilfe reicht von Subventionen über Ausnahmen bei Schadstoffgrenzen bis zu Betriebsanordnungen. Die Kosten tragen Steuerzahler und Stromkunden.

Die Kohle erlebt in den USA eine politisch gewollte Verlängerung. Der Environmental Defense Fund (EDF), eine US-Umweltorganisation, hat am 28. Oktober eine Auswertung aller 184 ans Netz angeschlossenen Kohlekraftwerke veröffentlicht. Demnach haben 90 davon, also knapp die Hälfte, seit 2025 in irgendeiner Form Unterstützung des Bundes erhalten. Nicht mitgezählt sind die gelockerten Umweltvorschriften der Umweltbehörde EPA, die allen Betreibern zugutekommen.

Geld, Ausnahmen und Zwangsbetrieb

Die Hilfe kommt auf drei Wegen. Erstens fliessen direkte Mittel: 24 Anlagen sollen zusammen 950 Mio. Dollar (CHF 784 Mio.) vom Energieministerium erhalten. Davon wurden 525 Mio. Dollar (CHF 433 Mio.) im September 2025 für die Erneuerung von bis zu 11 Werken angekündigt und 425 Mio. Dollar (CHF 351 Mio.) im Juni 2026 für 13 weitere Anlagen. Darunter sind laut der Washington Sun auch zwei Projekte für neue Kohleblöcke in Alaska und West Virginia.

Zweitens erhielten 70 Kraftwerke Ausnahmen von den 2024 verschärften Grenzwerten für Quecksilber und andere giftige Schadstoffe. Die EPA hat diese Regel inzwischen ganz aufgehoben, Klagen dagegen sind möglich. Drittens zwang das Energieministerium mit Notfallbefugnissen sechs Kraftwerke, über ihr geplantes Stilllegungsdatum hinaus am Netz zu bleiben. Ein US-Bundesberufungsgericht erklärte die erste dieser Anordnungen, für ein Werk in Michigan, im September für rechtswidrig. Die Regierung erliess dennoch weitere.

Wer die Rechnung bezahlt

Laut EDF kostete der Weiterbetrieb der sechs Kraftwerke die Stromkunden bis Juni 2026 bis zu 593 Mio. Dollar (CHF 489 Mio.). Hinzu kämen Gesundheitsschäden von bis zu 860 Mio. Dollar (CHF 709 Mio.). Allein das Werk J.H. Campbell in Michigan verursachte seit Mai 2025 Betriebskosten von 303 Mio. Dollar (CHF 250 Mio.). Ein Analyst des Instituts IEEFA warnte gegenüber der Washington Sun sinngemäss, die volle Rechnung für Anlagen, die gar keinen Strom produzieren, stehe noch aus.

Die Regierung sieht es anders. Energieminister Chris Wright argumentiert, das Abschalten zuverlässiger Kohlekraftwerke würde die Versorgungssicherheit gefährden. Sein Ministerium rechnet laut Canary Media vor, die Unterstützung erspare dem Land rund 50 Mrd. Dollar (CHF 41 Mrd.), weil weniger neue Kraftwerke gebaut werden müssten. Forscher halten dagegen, fast alle Kohlewerke liessen sich mit Wind, Sonne und Batterien günstiger ersetzen. Der Anteil der Kohle an der US-Stromerzeugung ist seit 2011 stark gesunken und lag 2024 bei rund 15 %.

Quellen

  1. Trump administration has handed giveaways to nearly half of U.S. coal plants (28.10.2026) – Environmental Defense Fund
  2. How much are Trump's pro-coal policies costing us? (28.10.2026) – Canary Media
  3. The Trump Administration Is Buoying Nearly Half of All U.S. Coal Plants (30.10.2026) – The Washington Sun

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.