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Virgin Media O2 stoppt den Glasfaserausbau und will 800 Mio. Pfund (CHF 879 Mio.) pro Jahr sparen

3. November 2026, 11:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der britische Telekomkonzern hat seine Sparpläne offiziell gemacht: Bis 2029 sollen die Kosten jährlich um 800 Mio. Pfund (CHF 879 Mio.) sinken, die Personalkosten um rund 30 %. Zugleich stoppt das Gemeinschaftsunternehmen von Liberty Global und Telefónica den eigenen Glasfaserausbau.

Virgin Media O2 (VMO2) hat am 3. November mit den Zahlen zum dritten Quartal bestätigt, was britische Medien am Wochenende angekündigt hatten. Das Sparprogramm fällt aber umfassender aus als bisher bekannt. Die jährlichen Kosten sollen bis 2029 um rund 800 Mio. Pfund (CHF 879 Mio.) sinken, die Hälfte davon soll schon 2027 wirken.

Rund 300 Mio. Pfund (CHF 330 Mio.) soll der Personalabbau beitragen. Die Lohnkosten sollen in den nächsten zwei Jahren um etwa 30 % sinken. Eine Stellenzahl nennt das Unternehmen nicht. In Berichten war von bis zu 4000 Stellen die Rede, die Angaben zur Belegschaft schwanken zwischen 15 000 und 16 000 Personen. Betroffen sind laut VMO2 vor allem Funktionen ohne Kundenkontakt wie Zentrale, IT und Support. Die Mitarbeitenden sollen bis Februar informiert werden, Büros werden keine geschlossen. Zudem will der Konzern Verträge mit Lieferanten und externen Kräften überprüfen und mehr künstliche Intelligenz einsetzen.

Kurswechsel beim Glasfaser

Noch folgenreicher ist der Strategiewechsel beim Netz. VMO2 baut Glasfaser bis ins Haus nur noch im Rahmen bestehender Verpflichtungen aus. Das Unternehmen argumentiert laut dem Fachportal ISPreview, drei sich überlappende Glasfasernetze seien wirtschaftlich nicht tragbar. Das bestehende Kabelnetz soll stattdessen bis 2027 günstig auf 2 Gigabit pro Sekunde aufgerüstet werden. Reuters berichtet zudem von Gesprächen über eine Nutzung des Netzes von BT. Offen bleibt die Übernahme von Netomnia für 2 Mrd. Pfund (CHF 2,2 Mrd.) durch Nexfibre, das Gemeinschaftsunternehmen der Eigentümer. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA beurteilt sie bisher kritisch, entschieden ist aber noch nichts.

Umsatz und Gewinn schrumpfen

Die Quartalszahlen zeigen den Druck. Der bereinigte Umsatz fiel um 5,7 % auf 2,4 Mrd. Pfund (CHF 2,6 Mrd.), der bereinigte Betriebsgewinn vor Abschreibungen (EBITDA) um 2,6 % auf 995 Mio. Pfund (CHF 1,1 Mrd.). Netto verlor VMO2 rund 23 300 Festnetzkunden und zählt noch etwa 5,4 Mio. Die Prognose für 2026 bleibt bestehen: Serviceumsatz und bereinigtes EBITDA sollen um 3 bis 5 % sinken, der bereinigte Free Cashflow soll bei rund 200 Mio. Pfund (CHF 220 Mio.) liegen. Dem stehen Schulden von über 22 Mrd. Pfund (CHF 24 Mrd.) gegenüber. Konzernchef Lutz Schüler sagte laut Reuters sinngemäss, Stillstand sei keine Option.

Quellen

  1. Virgin Media O2 to cut thousands of jobs to save costs (03.11.2026) – RTÉ
  2. Virgin Media O2's UK broadband customers fall as cost cutting strikes and FTTP upgrades stop (03.11.2026) – ISPreview
  3. UK's Virgin Media O2 to slash jobs, halt fibre roll-out (03.11.2026) – Reuters via Global Banking & Finance

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.