Vonovia verliert den Finanzchef: Grosse geht Ende 2027, Cashflow sinkt um 34 %
Der deutsche Wohnungskonzern Vonovia verliert seinen Finanzchef in schwieriger Lage. Philip Grosse verlängert nicht, der operative Cashflow sinkt um 34,1 %, und höhere Zinsen bremsen die Verkäufe. Analysten fragen sich, ob die Dividende hält.
Vonovia hat am 4. November die Zahlen für die ersten neun Monate vorgelegt und zugleich eine Personalie mitgeteilt. Finanzchef Philip Grosse verlängert seinen bis Ende 2027 laufenden Vertrag nicht. Er führt seine Aufgaben weiter und soll den Wechsel begleiten. Die Nachfolge will der Konzern bald bekannt geben. Vorstandschef Luka Mucic bedauerte den Entscheid.
Der operative freie Cashflow fiel gegenüber dem Vorjahr um 34,1 % auf 932,5 Mio. Euro (CHF 857 Mio.). Vonovia begründet das mit vorübergehenden Effekten im Umlaufvermögen, weniger Wohnungsverkäufen und höheren Zahlungen an Minderheitsaktionäre der Deutschen Wohnen. Die Miete stieg im Schnitt um 3,5 % auf 8,57 Euro (CHF 7,87) pro Quadratmeter, in Deutschland um 1,1 % auf 8,41 Euro (CHF 7,73). Ende September besass der Konzern 527 488 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich.
Zinsen bremsen die Verkäufe
Laut Grosse sind die Zinsen seit Beginn des Iran-Kriegs um rund 150 Basispunkte gestiegen. Käufer zögern, Verkaufsprozesse dauern länger. Bis Ende September verkaufte Vonovia Immobilien für rund 900 Mio. Euro (CHF 827 Mio.). Mucic sieht den Konzern dennoch auf Kurs zum Ziel von rund 5 Mrd. Euro (CHF 4,6 Mrd.) bis Ende 2028, die in den Schuldenabbau fliessen sollen.
Die am 28. Oktober angepasste Prognose bestätigte Vonovia. Für 2026 soll das bereinigte EBITDA in der unteren Hälfte der Spanne von 2,95 bis 3,05 Mrd. Euro (CHF 2,7 bis 2,8 Mrd.) liegen. 2027 soll der operative Gewinn leicht darüber liegen. Die Ziele für 2028 hat der Konzern gesenkt.
Dividende als offene Frage
Das Handelsblatt berichtet, Analysten stellten die Dividende von zuletzt 1,25 Euro (CHF 1,15) je Aktie zur Diskussion. Die Ad-hoc-Mitteilung der Vorwoche hatte sie nicht erwähnt. Dazu kommt die Debatte um die Vergesellschaftung von Wohnungen in Berlin, die Vonovia erneut kritisierte: Sie schaffe keine einzige neue Wohnung. Die Aktie lag am Vormittag bei rund 16,65 Euro (CHF 15,30), gut 2 % im Plus. Das 52-Wochen-Tief liegt bei 15,89 Euro (CHF 14,60), das Hoch bei 28,47 Euro (CHF 26,16).
Quellen
- Aktie im Fokus: Vonovia-Finanzchef Grosse kündigt Rückzug an (04.11.2026) – finanzen.net
- Vonovia: CFO Philip Grosse hört Ende 2027 auf (04.11.2026) – Immobilienmanager
- Höhere Zinsen erschweren Immobilienverkäufe für Vonovia (04.11.2026) – cash.ch
- Vonovia unter Druck – droht nun eine Kürzung der Dividende? (04.11.2026) – Handelsblatt
- Vonovia muss einen neuen Finanzchef suchen (04.11.2026) – onvista / Reuters
- Vonovia Aktie: CFO Grosse kündigt Abschied an (04.11.2026) – Börse Express
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.