Märkte

Goldman und Morgan Stanley halten nach den Midterms am S&P-Ziel von 8000 Punkten fest

5. November 2026, 00:24 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Der Wahlsieg der Demokraten hat die Prognosen der US-Grossbanken nicht erschüttert. Ihre Handelsabteilungen setzen auf eine Rally bis Jahresende und raten, die Rotation in zyklische Werte zu nutzen. Barclays bleibt skeptisch, und die KI-Sorgen sind nicht vom Tisch.

Der S&P 500 schloss am Mittwoch bei 7688,62 Punkten, ein Plus von 1,58 %. Der Dow Jones gewann 3,03 % auf 53 356,12 Punkte, der Nasdaq Composite 1,44 % auf 25 736,51 Punkte. Goldman Sachs und Morgan Stanley halten an ihrem Jahresendziel von 8000 Punkten für den S&P 500 fest, das rund 4 % über dem Schlusskurs liegt. Yardeni Research bleibt bei 7900 Punkten. Laut Bloomberg drängen die grossen Handelsabteilungen ihre Kunden, das Engagement in US-Aktien zu erhöhen, weil viele vor der Wahl nur zurückhaltend investiert waren.

Wenig investiert, viel Spielraum

Dieses Argument stützen Daten der Bank of America: Institutionelle Anleger, Privatanleger und Hedgefonds waren zwischen dem 26. und dem 30. Oktober per Saldo Verkäufer von US-Aktien. Rich Privorotsky, Leiter des Europa-Aktienhandels bei Goldman Sachs, sprach laut einem Marktbericht von einer kaum handelbaren Lage und hält eine für viele Profis schmerzhafte Jahresendrally für möglich. Mike Wilson, Anlagechef von Morgan Stanley, sieht starke Kursverluste rund um die Wahl als Kaufgelegenheit.

Das Team von Andrew Tyler bei JPMorgan rät zu einer sogenannten Hantel-Strategie, also zur Kombination zweier gegensätzlicher Bereiche: Technologie und konjunkturabhängige Werte, wobei Letztere stärker gewichtet werden sollen. Bevorzugt werden Konsum- und Finanzwerte, besonders falls die Zinskurve weiter steiler wird. Man würde den Tech-Handel nicht aufgeben und auf eine taktische Erholung setzen, schrieb das Team sinngemäss laut Bloomberg.

Texas und das Öl als Risiken

Für eine stärkere Rückkehr zu KI-Titeln nennt JPMorgan aber Bedingungen: eine Bereinigung der Positionen, bestätigte Investitionspläne der grossen Cloud-Konzerne, gute Zahlen der Chiphersteller und ein belebtes Kapitalmarktgeschäft. Belastet hatte zuletzt der Vorschlag der künftigen Gouverneurin von Texas, Gina Hinojosa, neue Rechenzentren vorerst zu stoppen. JPMorgan hält diese Sorge für übertrieben, weil auch in anderen Bundesstaaten gebaut werden könne. Die Bank of America erwartet eher Verzögerungen und höhere Kosten als ein Ende der Investitionswelle.

Barclays warnt dagegen, das Wahlergebnis allein sorge nicht für eine Rally bis Jahresende. Als Risiken nennt JPMorgan zudem einen erneuten Krieg im Iran, der die Ölpreise antreiben könnte, sowie engere Finanzierungsbedingungen. Historisch stieg der S&P 500 laut JPMorgan nach Midterm-Wahlen im Schnitt um 5,4 % in drei und um 11,4 % in sechs Monaten.

Quellen

  1. JPMorgan Trading Desk Sees Tech Rebounding After Midterms (04.11.2026) – Bloomberg via Yahoo Finance
  2. Wall Street Keeps Year-End Rally Calls After Democratic 'Blue Wave' Shakes New York Stocks (04.11.2026) – Bloomingbit
  3. Stock Market Today (Nov. 4, 2026): Stocks rise, oil collapses after Dems sweep midterm elections (04.11.2026) – TheStreet
  4. Wall Street Trading Desks Bet on US Stock Rally After Midterms (Kurzfassung, 04.11.2026) – Bloomberg

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.