Unternehmen

Zillow verfehlt die Schätzungen: Aktie fällt nachbörslich um rund 15 %, Zinsanstieg trifft den Hausmarkt

5. November 2026, 01:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die US-Immobilienplattform enttäuscht bei Umsatz und Ausblick. Zillow schreibt wegen eines Rechtsvergleichs einen Verlust und erwartet für das Schlussquartal deutlich weniger Betriebsgewinn. Einziger Lichtblick bleibt das Mietgeschäft.

Zillow hat am 4. November nach US-Börsenschluss die Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt. Der Umsatz stieg um 7 % auf 724 Mio. Dollar (CHF 591 Mio.), Analysten hatten laut StockStory 752,6 Mio. Dollar (CHF 614 Mio.) erwartet. Die Aktie fiel nachbörslich um rund 15 % auf etwa 29 Dollar (CHF 24). Im regulären Handel hatte sie noch fast 10 % zugelegt.

Unter dem Strich steht ein Verlust von 158 Mio. Dollar (CHF 129 Mio.) nach einem Gewinn von 10 Mio. Dollar (CHF 8 Mio.) im Vorjahr. Ausschlaggebend ist ein Vergleich über 165 Mio. Dollar (CHF 135 Mio.) in einer Anlegerklage zum eingestellten Hauskaufgeschäft Zillow Offers. Das bereinigte EBITDA, also der operative Gewinn vor Abschreibungen und ohne Sondereffekte, erreichte 182 Mio. Dollar (CHF 148 Mio.) und lag ebenfalls unter dem Konsens.

Hohe Hypothekenzinsen drücken die Nachfrage

Im Aktionärsbrief nennt Zillow den Häusermarkt extrem schwierig. Die Branche wuchs im Quartal nur um 1 %, das Volumen der Kaufhypotheken sank um 4 %. Für das vierte Quartal rechnet das Unternehmen sogar mit einem Rückgang von 10 bis 15 %, weil die Hypothekenzinsen zuletzt stark gestiegen sind. Das Kerngeschäft mit Maklern (Residential) schrumpfte um 4 % auf 419 Mio. Dollar (CHF 342 Mio.), die Besuche auf den Plattformen sanken um 5 % auf 2,3 Milliarden.

Entsprechend vorsichtig fällt der Ausblick aus. Zillow erwartet im Schlussquartal 635 bis 665 Mio. Dollar (CHF 518 bis 543 Mio.) Umsatz und ein bereinigtes EBITDA von 100 bis 135 Mio. Dollar (CHF 82 bis 110 Mio.). Die Marge dürfte im Mittel bei rund 18 % liegen, nach 25 % im dritten Quartal. Residential soll um 9 bis 15 % zurückgehen.

Mieten bleiben der Wachstumsmotor

Das Mietgeschäft legte um 26 % auf 220 Mio. Dollar (CHF 179 Mio.) zu und macht bereits 30 % des Umsatzes aus. Zillow sieht den Weg zu über 1 Mrd. Dollar (CHF 816 Mio.) Jahresumsatz. Auch die Hypothekensparte wuchs um 32 % auf 70 Mio. Dollar (CHF 57 Mio.), blieb aber unter den Erwartungen, weil der rasche Zinsanstieg weniger Abschlüsse brachte. Offen bleibt die Kartellklage der US-Wettbewerbsbehörde FTC, die Zillow im laufenden Jahr bisher 34 Mio. Dollar (CHF 28 Mio.) gekostet hat. Chef Jeremy Wacksman sprach von einem Quartal, das die Widerstandskraft des Unternehmens zeige.

Quellen

  1. Zillow Group Reports Third-Quarter 2026 Financial Results (04.11.2026) – Zillow Group / SEC
  2. Zillow Group Q3 2026 Shareholder Letter (04.11.2026) – Zillow Group / SEC
  3. Zillow (NASDAQ:ZG) misses Q3 2026 sales expectations, stock drops 15.6% (04.11.2026) – StockStory
  4. Closing Look — Wednesday, November 4, 2026 (04.11.2026) – Capp Notes

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.