AT1-Anleihe
Auch gesucht als: AT1, CoCo, CoCo-Bond, Additional Tier 1, Pflichtwandelanleihe Bank
- 🇬🇧 Englisch
- AT1 bond
- 🇫🇷 Französisch
- obligation AT1
- 🇮🇹 Italienisch
- obbligazione AT1
Eine AT1-Anleihe ist eine besonders riskante Bankanleihe, die zum zusätzlichen Kernkapital (Additional Tier 1) zählt. Gerät die Bank in Not, wird sie in Aktien umgewandelt oder ganz abgeschrieben.
AT1-Anleihen, auch CoCo-Bonds (Contingent Convertibles) genannt, haben keine feste Laufzeit; die Bank kann sie frühestens nach einigen Jahren zurückzahlen. Sie bieten einen deutlich höheren Zins als gewöhnliche Anleihen, doch die Bank darf Zinszahlungen ausfallen lassen. Fällt die Kapitalquote unter einen festgelegten Auslöser oder stellt die Aufsicht eine drohende Insolvenz fest, wird die Anleihe gewandelt oder abgeschrieben. So tragen die Anleihegläubiger Verluste, bevor Steuergelder nötig werden.
Wie real dieses Risiko ist, zeigte sich im März 2023: Bei der Notübernahme der Credit Suisse durch die UBS ordnete die FINMA die vollständige Abschreibung von AT1-Anleihen im Umfang von rund CHF 16 Mrd. an, während die Aktionäre noch eine kleine Entschädigung erhielten. Das sorgte international für Kritik und löste zahlreiche Klagen aus. AT1-Anleihen eignen sich deshalb nur für Anleger, die einen Totalverlust verkraften können.
Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.