🏦 Anleihen & Zinsen

Nachrangdarlehen

Auch gesucht als: Nachranganleihe, nachrangig, Subordinated Debt, Hybridanleihe, Nachrangkapital

🇬🇧 Englisch
subordinated loan
🇫🇷 Französisch
prêt subordonné
🇮🇹 Italienisch
prestito subordinato
Kurz erklärt

Ein Nachrangdarlehen oder eine Nachranganleihe ist Fremdkapital, das im Konkurs erst nach allen gewöhnlichen Gläubigern zurückgezahlt wird. Als Ausgleich für das höhere Risiko erhalten die Geldgeber einen höheren Zins.

In der Rangfolge der Gläubiger stehen nachrangige Forderungen zwischen den vorrangigen Schulden und dem Eigenkapital. Banken und Versicherungen nutzen solche Instrumente, weil sie unter bestimmten Bedingungen als regulatorisches Kapital anrechenbar sind – etwa als Tier-2-Kapital oder, mit noch stärkerer Verlusttragung, als AT1-Anleihe. Industrieunternehmen begeben Hybridanleihen, die von Ratingagenturen teilweise wie Eigenkapital behandelt werden und oft sehr lange oder unbefristete Laufzeiten haben.

Für Anleger bedeutet nachrangig: In guten Zeiten lockt eine Zusatzrendite, im Ernstfall drohen hohe oder vollständige Verluste. Wie gross dieses Risiko ist, zeigte 2023 die Rettung der Credit Suisse, bei der AT1-Anleihen im Umfang von rund CHF 16 Mrd. vollständig abgeschrieben wurden. Bei Banken entscheidet zudem die FINMA über Sanierungsmassnahmen, die nachrangige Gläubiger besonders treffen können.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.