Ausserbörslicher Handel (OTC)
Auch gesucht als: OTC, Over the Counter, ausserbörslich, Direkthandel, Freiverkehr
- 🇬🇧 Englisch
- over-the-counter trading (OTC)
- 🇫🇷 Französisch
- négociation hors bourse (OTC)
- 🇮🇹 Italienisch
- negoziazione fuori borsa (OTC)
Beim ausserbörslichen Handel (OTC, «over the counter») werden Wertpapiere, Devisen oder Derivate direkt zwischen zwei Parteien gehandelt – ohne den Weg über eine regulierte Börse.
Ein grosser Teil des weltweiten Handels läuft OTC: Der Devisenmarkt ist fast vollständig ausserbörslich organisiert, ebenso ein Grossteil des Anleihen- und Swap-Handels. Banken handeln dabei untereinander oder mit Kunden über Telefon und elektronische Plattformen. Auch Privatanleger nutzen den Direkthandel, wenn ihr Broker Kurse ausserhalb der Börsenzeiten stellt. Für nicht kotierte Schweizer Aktien gibt es spezialisierte Plattformen, etwa OTC-X der Berner Kantonalbank. In Deutschland bezeichnete «Freiverkehr» früher das nicht amtlich regulierte Börsensegment.
Der Vorteil ist die Flexibilität: Menge, Laufzeit und Bedingungen lassen sich individuell vereinbaren. Dafür fehlen Transparenz und eine zentrale Gegenpartei, die bei einem Ausfall einspringt. Die Finanzkrise 2008 zeigte, wie gefährlich unüberschaubare OTC-Derivatepositionen sein können. Seither müssen standardisierte Derivate vielerorts über zentrale Gegenparteien abgewickelt und gemeldet werden; in der Schweiz regelt dies das Finanzmarktinfrastrukturgesetz (FinfraG).
Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.