🇨🇭 Schweiz

Bankgeheimnis

Auch gesucht als: Bankkundengeheimnis, Berufsgeheimnis, automatischer Informationsaustausch, AIA, Swiss Banking Secrecy

🇬🇧 Englisch
banking secrecy
🇫🇷 Französisch
secret bancaire
🇮🇹 Italienisch
segreto bancario
Kurz erklärt

Das Bankgeheimnis verpflichtet Banken und ihre Mitarbeitenden, Informationen über ihre Kunden vertraulich zu behandeln. In der Schweiz ist seine Verletzung seit dem Bankengesetz von 1934 strafbar.

Juristisch handelt es sich um ein Berufsgeheimnis zum Schutz der Kunden, vergleichbar mit dem Arztgeheimnis; korrekter ist darum der Begriff Bankkundengeheimnis. Es gilt nicht absolut: In Strafverfahren, bei Betreibungen, im Erbgang oder bei Rechtshilfegesuchen müssen Banken Auskunft geben. Über Jahrzehnte galt es als Standortvorteil des Schweizer Finanzplatzes, geriet aber wegen Steuerhinterziehung ausländischer Kunden international stark unter Druck.

Nach dem Steuerstreit mit den USA und der EU übernahm die Schweiz die internationalen Standards zur Amtshilfe in Steuersachen. Seit 2017 sammeln Schweizer Banken Daten für den automatischen Informationsaustausch (AIA) und melden Konten von Kunden mit Steuersitz in Partnerstaaten an deren Steuerbehörden. Gegenüber den inländischen Steuerbehörden bleibt das Bankgeheimnis weitgehend bestehen: Steuerpflichtige in der Schweiz müssen ihre Konten selbst deklarieren.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.