Eigenhandel
Auch gesucht als: Handel auf eigenes Buch, Eigengeschäfte, Proprietary Trading, Nostro-Handel, Prop Trading
- 🇬🇧 Englisch
- proprietary trading
- 🇫🇷 Französisch
- négoce pour compte propre
- 🇮🇹 Italienisch
- negoziazione in conto proprio
Eigenhandel bedeutet, dass eine Bank oder ein Wertpapierhaus mit eigenem Geld und auf eigenes Risiko an den Märkten handelt, um selbst Gewinne zu erzielen – nicht im Auftrag von Kunden.
Im Kundengeschäft führt eine Bank Aufträge aus und verdient Kommissionen; das Kursrisiko trägt der Kunde. Im Eigenhandel dagegen gehen Gewinne und Verluste direkt in die Bankbilanz. Die Positionen werden auf dem eigenen Konto, dem Nostro, geführt. Teilweise ist Eigenhandel unvermeidlich, etwa wenn eine Bank als Market Maker Bestände hält oder eigene Risiken absichert. Daneben gibt es reine Spekulation, mit der manche Banken vor 2008 hohe Erträge erzielten.
Nach der Finanzkrise wurde der spekulative Eigenhandel stark eingeschränkt, in den USA vor allem durch die sogenannte Volcker-Regel. In der Schweiz verlangen die Eigenmittelvorschriften der FINMA, dass Banken Handelsrisiken mit Kapital unterlegen; bei grossen Banken sind die Anforderungen besonders streng. Für Aktionäre von Banken ist der Anteil des Handelsgeschäfts am Ertrag wichtig, weil er stark schwanken kann. Daneben gibt es unabhängige Eigenhandelsfirmen, die ausschliesslich mit eigenem Kapital an den Börsen aktiv sind.
Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.