Hawala
Auch gesucht als: Hawala-Banking, informeller Geldtransfer, Hawaladar, Underground Banking, Informal Value Transfer System
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Hawala ist ein traditionelles, auf Vertrauen beruhendes System für Geldüberweisungen, bei dem kein Geld physisch über Grenzen bewegt wird. Vermittler in verschiedenen Ländern zahlen sich Beträge gegenseitig aus und verrechnen ihre Guthaben später untereinander.
Das System ist im Nahen Osten, in Südasien und in Teilen Afrikas seit Jahrhunderten verbreitet. Ein Vermittler, Hawaladar genannt, nimmt im einen Land Geld entgegen, und ein Partner im Zielland zahlt dem Empfänger den Gegenwert aus. Die Abrechnung zwischen den Vermittlern erfolgt später, etwa über Warenlieferungen oder gegenläufige Zahlungen. Für viele Migrantinnen und Migranten ist Hawala günstig und schnell, vor allem in Länder mit schwachem Bankensystem oder ohne Zugang zu internationalen Zahlungen.
Problematisch ist, dass Hawala ausserhalb der kontrollierten Finanzwelt abläuft und kaum Spuren hinterlässt. Darum gilt es als Risiko für Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung. In der Schweiz ist der gewerbsmässige Geld- und Wertübertragungsverkehr bewilligungs- bzw. aufsichtspflichtig: Anbieter gelten als Finanzintermediäre und müssen die Sorgfaltspflichten des Geldwäschereigesetzes erfüllen. Wer ohne die nötige Bewilligung oder Unterstellung tätig ist, macht sich strafbar. Für reguläre Überweisungen stehen Banken und lizenzierte Transferdienste zur Verfügung.
Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.