🇨🇭 Schweiz

Nachrichtenlose Vermögenswerte

Auch gesucht als: nachrichtenlose Konten, Kontaktabbruch, Dormant Accounts, nachrichtenloses Vermögen, Kontaktlosigkeit

🇬🇧 Englisch
dormant assets
🇫🇷 Französisch
avoirs en déshérence
🇮🇹 Italienisch
averi non rivendicati
Kurz erklärt

Nachrichtenlose Vermögenswerte sind Konten, Depots oder Schrankfächer, bei denen die Bank über längere Zeit keinen Kontakt mehr zum Kunden oder zu seinen Erben herstellen kann.

Ein Kontaktabbruch entsteht etwa durch einen Umzug ohne neue Adresse, einen Todesfall, von dem die Erben nichts wissen, oder schlicht durch Vergessen. Die Bank muss solche Beziehungen erfassen, weiter verwalten und die Daten einer zentralen Datenbank melden. Erben und Berechtigte können über die Anlaufstelle beim Schweizerischen Bankenombudsman nach Vermögen von Verstorbenen oder Verschollenen suchen lassen. Bleibt eine Beziehung über Jahrzehnte – nach geltendem Recht 50 Jahre ab dem letzten Kontakt – nachrichtenlos, veröffentlicht die Bank sie; meldet sich niemand, gehen die Werte an den Bund.

Das Thema hat in der Schweiz eine belastete Geschichte. In den 1990er-Jahren wurde bekannt, dass Banken Konten von Opfern des Holocaust jahrzehntelang nicht an Nachkommen ausbezahlt hatten. Die Grossbanken schlossen 1998 einen Vergleich über 1,25 Milliarden Dollar ab. Heute gelten klare Regeln. Wer vermeiden will, dass Vermögen nachrichtenlos wird, informiert eine Vertrauensperson, erteilt eine Vollmacht oder bewahrt eine Übersicht über alle Bankbeziehungen bei den persönlichen Unterlagen auf.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.