🇨🇭 Schweiz

Selbstregulierung

Auch gesucht als: Standesregeln, Selbstregulierungsorganisation, SRO, Self-Regulation, Branchenregeln

🇬🇧 Englisch
self-regulation
🇫🇷 Französisch
autorégulation
🇮🇹 Italienisch
autodisciplina
Kurz erklärt

Selbstregulierung bedeutet, dass sich eine Branche eigene, verbindliche Regeln gibt, statt dass alles der Staat festlegt. Im Schweizer Finanzmarkt ergänzt sie die Gesetze und die Aufsicht der FINMA.

Die Schweiz setzt im Finanzbereich traditionell stark auf Selbstregulierung. Verbände wie die Schweizerische Bankiervereinigung, die Asset Management Association Switzerland oder der Versicherungsverband erlassen Standesregeln, etwa zu Sorgfaltspflichten, Vermögensverwaltung oder Transparenz. Die FINMA kann solche Regeln als Mindeststandard anerkennen; dann gelten sie für alle beaufsichtigten Institute der Branche und werden in Prüfungen kontrolliert. Ein bekanntes Beispiel ist die VSB zur Kundenidentifikation.

Eine besondere Form sind die Selbstregulierungsorganisationen (SRO) nach dem Geldwäschereigesetz. Finanzintermediäre ausserhalb der direkt beaufsichtigten Bereiche, etwa bestimmte Treuhänder oder Anbieter von Zahlungsdiensten, müssen sich einer solchen von der FINMA anerkannten Organisation anschliessen. Sie prüft, ob ihre Mitglieder die Pflichten gegen Geldwäscherei einhalten. Vorteil der Selbstregulierung ist die Praxisnähe; kritisiert wird zuweilen, dass die Branche sich selbst kontrolliert.

Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.