Zirkuläre Finanzierung
Auch gesucht als: Kreisgeschäft, Round-Tripping, Vendor Financing, Lieferantenkredit, Ringgeschäft
- 🇬🇧 Englisch
- circular financing / round-tripping
- 🇫🇷 Französisch
- financement circulaire
- 🇮🇹 Italienisch
- finanziamento circolare
Bei einer zirkulären Finanzierung fliesst Geld im Kreis: Ein Unternehmen finanziert oder beteiligt sich an seinen eigenen Kunden, die damit wiederum seine Produkte kaufen. Der Umsatz entsteht so teilweise aus dem eigenen Geld.
Eine häufige Form ist das Vendor Financing: Ein Lieferant gewährt Kunden Kredite oder investiert in sie, damit sie seine Ware bezahlen können. Das ist nicht grundsätzlich unzulässig und in vielen Branchen üblich. Problematisch wird es, wenn das Wachstum zu einem grossen Teil auf solchen Kreisläufen beruht. Um das Jahr 2000 finanzierten Telekomausrüster ihre Kunden in grossem Stil; als viele dieser Kunden in Konkurs gingen, brachen Umsätze und Kurse ein. Im KI-Boom ab 2023 kamen ähnliche Fragen bei Beteiligungen zwischen Chipherstellern und KI-Firmen auf.
Beim Round-Tripping werden Geschäfte nur zum Schein hin und zurück abgewickelt, um Umsatz oder Handelsvolumen künstlich zu erhöhen. Das kann bereits Bilanzbetrug sein. Für Anleger ist zirkuläre Finanzierung schwer zu erkennen; Hinweise liefern die Anmerkungen im Geschäftsbericht zu Beteiligungen, Kundenkrediten und nahestehenden Parteien. Steigen Umsatz und Forderungen gegenüber denselben Partnern gleichzeitig stark an, ist eine genauere Prüfung angebracht, weil die Erträge weniger nachhaltig sein können, als sie scheinen.
Allgemeine Erklärung, keine Anlageberatung.