Aargauer Solarfirma Go Smart Solution ist pleite: Der Schweizer Solarmarkt kühlt sich ab
Die Go Smart Solution AG aus Birrhard ist in Liquidation, rund 40 Angestellte verlieren ihre Stelle. Der Fall zeigt, wie stark der Druck auf Schweizer Solarinstallateure nach dem Boom der Vorjahre gestiegen ist.
Die Go Smart Solution AG baute und installierte seit über zehn Jahren Solaranlagen. Zu den Kunden zählten laut einem Bericht von Blick und cash.ch vom 31. Oktober unter anderem der Energieversorger AEW, Grisard Bitumen und ABB. Die Generalversammlung beschloss am 6. Oktober, den Betrieb einzustellen, Anfang Oktober wurde der Konkurs eröffnet. Betroffen sind rund 40 Mitarbeitende, darunter Elektrotechniker, Solarmonteure und Büroangestellte. Website und Social-Media-Kanäle sind offline.
Margendruck und schwache Nachfrage
Chef und Verwaltungsratspräsident Denis Fischer begründet das Aus mit einem Marktumfeld, das sich in kurzer Zeit deutlich verschlechtert habe. Er nennt Margendruck, höhere Beschaffungskosten und eine stark gesunkene Nachfrage. Kostensenkungen, eine Restrukturierung und Gespräche mit Investoren hätten nicht gereicht. Ende September sei klar gewesen, dass die Rettung scheitert. Schon vor einem Jahr hatte die Firma Stellen im tiefen zweistelligen Bereich abgebaut.
Ein ehemaliger Projektleiter kritisiert, die Belegschaft habe erst am Tag der Konkurseröffnung davon erfahren. Fischer entgegnet, eine frühere Ankündigung hätte eine mögliche Rettung gefährdet. Der Fall erinnert an die St. Galler Mons Solar, die im August 2025 Konkurs anmelden musste.
Erster Rückgang seit 2017
Die Zahlen des Branchenverbands Swissolar zeigen den Wandel. 2025 wurden in der Schweiz Solaranlagen mit einer Leistung von 1333 Megawatt neu installiert, nach 1800 Megawatt im Jahr davor. Das ist ein Minus von rund 26 % und der erste Rückgang seit 2017. Swissolar führt dies auf Veränderungen am Strommarkt und die Unsicherheit über die Energiepolitik des Bundes zurück. Für 2026 erwartet der Verband nur eine leichte Zunahme. Stark wächst dagegen das Geschäft mit Batteriespeichern: Die verkaufte Speicherkapazität stieg 2025 um 70 %.
Für zusätzliche Unsicherheit sorgt die Vergütung für eingespeisten Solarstrom. Ab 2027 richtet sie sich nach dem stündlichen Marktpreis, mit einer Mindestvergütung zur Absicherung langfristiger Investitionen. Swissolar fordert deshalb eine höhere einmalige Förderung. Trotz der Abkühlung bleibt die Branche gross: Photovoltaik und Batterien setzen laut Swissolar rund CHF 2,7 Mrd. um und beschäftigen über 11 000 Vollzeitstellen. 2026 soll Solarstrom 17 % des Schweizer Endverbrauchs decken.
Quellen
- Aargauer Solarfirma pleite: 40 Angestellte stehen auf der Strasse (31.10.2026) – cash.ch
- Photovoltaik-Zubau in der Schweiz sinkt 2025 auf 1,33 Gigawatt (10.07.2026) – pv magazine
- Solarstrom deckt 17 Prozent des Endverbrauchs der Schweiz (22.10.2026) – Solarserver
- Mons-Solar-Pleite: St. Galler Solarfirma gibt auf – der Solarmarkt sortiert sich neu (20.08.2025) – SRF
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.