Amazon und Rewe liefern Lebensmittel in Stunden: Der Kampf um Deutschlands Online-Supermarkt
Amazon bringt frische Lebensmittel seit Ende Oktober in Köln, Frankfurt und München noch am selben Tag. Rewe liefert seit September über Uber Eats, Wolt und Lieferando innert einer Stunde. Der Markt ist klein, wächst aber schneller als der übrige Onlinehandel.
Deutschland gilt als schwieriges Pflaster für den Online-Lebensmittelhandel. Laut Rewe macht das Internet dort erst rund 4 % des Lebensmittelumsatzes aus, in den USA, Frankreich und Grossbritannien sind es 10 bis 15 %. Frank Düssler vom Branchenverband BEVH bezeichnet Lebensmittel gegenüber dem Handelsblatt als letzte Bastion des stationären Handels. Genau darum investieren die grossen Händler jetzt.
Amazons zweiter Anlauf
Amazon liefert seit Ende Oktober Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Backwaren und Tiefkühlware am selben Tag aus, vorerst in ausgewählten Postleitzahlgebieten von Köln, Frankfurt und München. Weitere Grossräume sollen in den kommenden Wochen folgen. Die Lebensmittel liegen im normalen Warenkorb, zusammen mit Elektronik oder Drogerieartikeln. Prime-Mitglieder zahlen für ein Vier-Stunden-Fenster ab 29 Euro (CHF 26,50) Bestellwert nichts, darunter 3,99 Euro (CHF 3,65). Kunden ohne Abo zahlen 9,99 Euro (CHF 9,14). Ein Zwei-Stunden-Fenster kostet mehr.
Es ist ein Neustart. Amazon Fresh war 2017 in Deutschland gestartet und Ende 2024 eingestellt worden, danach konzentrierte sich der Konzern auf haltbare Produkte. Den Vorteil sieht Amazon heute im eigenen Netz: Die gewöhnliche Lieferung am selben Tag gibt es nach Firmenangaben bereits in über 70 deutschen Städten.
Rewe setzt auf fremde Kuriere
Rewe wählt einen anderen Weg. Seit dem 15. September stellen Filialen die Bestellungen zusammen, ausgeliefert wird von Plattformen: Wolt in Köln, Uber Eats in Frankfurt, Lieferando in Hamburg und Jena. Das Versprechen lautet höchstens eine Stunde, angeboten werden 5000 bis 9000 Artikel. Bis Ende 2026 sollen weitere Grossstädte dazukommen. Rewe rechnet damit, dass solche Schnelllieferungen in Deutschland bis 2030 rund 1,3 Mrd. Euro (CHF 1,19 Mrd.) Umsatz erreichen. Kunden kauften nicht nur über einen Kanal ein, sagt Clemens Bauer, der das Onlinegeschäft von Rewe leitet.
Die Zahlen des BEVH zeigen das Potenzial. Im dritten Quartal stieg der Online-Umsatz mit Lebensmitteln um 9,1 % auf 931 Mio. Euro (CHF 852 Mio.). Der gesamte Onlinehandel wuchs nur um 2,9 % auf rund 18,5 Mrd. Euro (CHF 16,9 Mrd.) und blieb damit unter der Teuerung von 3,3 %.
Quellen
- Online statt Laden? Lebensmittel-Lieferdienste rüsten auf (07.11.2026) – Handelsblatt
- Amazon liefert Lebensmittel in Frankfurt, Köln und München am selben Tag (02.11.2026) – Retail News
- Quick Commerce: Rewe startet Sofort-Lieferung über Lieferdienste (15.09.2026) – Lebensmittel Praxis
- Online-Supermärkte: Lebensmittelhandel im Netz wächst um 9,1 Prozent (09.10.2026) – Lebensmittel Praxis
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.