Apollo vergibt Rekordsumme von 114 Mrd. Dollar (CHF 93 Mrd.), rutscht aber in die Verlustzone
Der Private-Credit-Riese Apollo hat im dritten Quartal so viel Neugeschäft gemacht wie nie. Unter dem Strich steht wegen Bewertungsverlusten bei der Tochter Athene trotzdem ein Minus, und die Aktie fiel um fast 5 %.
Apollo Global Management hat am 3. November seine Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt. Das Neugeschäft, im Fachjargon Origination genannt, erreichte einen Rekord von 114 Mrd. Dollar (CHF 93 Mrd.). Im Vorquartal waren es 74 Mrd. Dollar (CHF 61 Mrd.). Gemeint sind neu geschaffene Finanzierungen und Anlagen. Laut Wall Street Journal entfielen 98 Mrd. Dollar (CHF 80 Mrd.) auf neue Schuldinvestitionen. Die verwalteten Vermögen stiegen um 18 % auf 1074 Mrd. Dollar (CHF 881 Mrd.).
Auch das stabile Gebührengeschäft lief gut. Die gebührenbasierten Gewinne erreichten mit 802 Mio. Dollar (CHF 658 Mio.) einen Rekordwert, 23 % mehr als vor einem Jahr.
Höhere Zinsen drücken den Abschluss
Unter dem Strich verbuchte Apollo aber einen Nettoverlust von 1,06 Mrd. Dollar (CHF 869 Mio.) nach einem Gewinn von 1,71 Mrd. Dollar (CHF 1,4 Mrd.) vor einem Jahr. Grund sind vor allem nicht realisierte Bewertungsverluste bei der Lebensversicherungs- und Rententochter Athene, weil gestiegene Zinsen den Wert bestimmter Anlagen senkten. Bereinigt um solche Effekte lag der Gewinn bei 2,07 Dollar (CHF 1,70) je Aktie. Das waren rund 6 % weniger als die erwarteten 2,20 Dollar (CHF 1,80). Die Aktie schloss bei 113,55 Dollar (CHF 93,13), rund 4,9 % tiefer als am Vortag.
Konzernchef Marc Rowan räumte in der Telefonkonferenz ein, dass die alternativen Anlagen die langfristig unterstellte Rendite von 11 % verfehlt hätten. Man müsse diese Schwäche eingestehen, sagte er sinngemäss. Als Ursachen nannte er einzelne Athene-Beteiligungen und die erfolglose Europa-Expansion der Beteiligung Athora.
Vorsicht bei KI-Krediten
Im Fokus stehen die Kredite für KI-Infrastruktur. Athene hielt Ende September laut einer Unterlage an die US-Börsenaufsicht 12,9 Mrd. Dollar (CHF 10,6 Mrd.) an digitaler Infrastruktur, rund 3 % der Anlagen von 423,7 Mrd. Dollar (CHF 347 Mrd.). Präsident Jim Zelter sagte, Apollo bleibe bei KI wohl unter dem Anteil in den Indizes. Rowan bevorzugt besicherte private Strukturen mit laufender Tilgung gegenüber grossen unbesicherten Positionen in börsengehandelten Anleihen.
Zudem kündigte Apollo an, über 24 Monate rund 350 Mio. Dollar (CHF 287 Mio.) aufzuwenden, um private Kreditmärkte handelbarer zu machen. Dazu gehören tägliche Schätzwerte für Private Credit, einheitliche Kennnummern sowie Market Making. Für 2027 stellte Finanzchef Martin Kelly über 20 % Wachstum der gebührenbasierten Gewinne in Aussicht.
Quellen
- Apollo Reports Third Quarter 2026 Results (03.11.2026) – Apollo Global Management / SEC
- Apollo (APO) Q3 2026 Earnings Call Transcript (03.11.2026) – The Motley Fool
- Apollo Q3 net loss reaches $1.06bn despite record AUM (03.11.2026) – Grafa
- Apollo Originates Record $114B, 54% Above Q2; AI Book $12.9B (11.2026) – FourWeekMBA
- Apollo Global Management Q3 2026: Fee Earnings Hit Record Despite GAAP Loss (03.11.2026) – 24/7 Wall St.
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.