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Argentinien: Länderrisiko springt über 900 Punkte, Verdacht auf Stützkäufe bei Peso-Anleihen

5. November 2026, 20:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Argentiniens Dollar-Anleihen sind am 5. November um bis zu 3,4 % gefallen, das Länderrisiko erreichte den höchsten Stand seit Oktober 2025. Der Markt rätselt zudem, ob die Regierung die Kurse von Peso-Anleihen vor einer wichtigen Auktion gestützt hat.

Der Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen trifft Argentinien besonders. Das Länderrisiko von JP Morgan, das den Renditeaufschlag gegenüber US-Staatsanleihen misst, stieg am Donnerstag über 900 Punkte. La Nación nennt 915, BAE Negocios 918 Punkte. Das Portal iProUP berichtet gar von 982 Punkten. Mitte Juli waren es noch 402 Punkte, Ende September 607 und Ende Oktober 787.

Die lang laufenden Dollar-Anleihen gaben deutlich nach. Das Minus betrug bis zu 3,4 %, die Anleihe mit Fälligkeit 2046 fiel laut La Nación auf 58,05 Dollar (CHF 47). Der Wechselkurs blieb dagegen ruhig: Der Grosshandelsdollar kostete rund 1545 Pesos.

Schwächerer Trump, unsichere Hilfe

Für den Markt ist vor allem die politische Rückendeckung aus Washington fraglich. Präsident Javier Milei stützt sich auf die Unterstützung der Regierung Trump. Demokratische Abgeordnete wollen mit einem Gesetzesvorschlag verhindern, dass Gelder des US-Finanzministeriums in eine Rettung Argentiniens fliessen. «Für Argentinien ist ein schwächerer Trump schlecht», sagte der Ökonom Gabriel Caamaño von der Beratungsfirma Outlier gegenüber BAE Negocios.

Der Abverkauf begann allerdings lange vor den Wahlen. Die Investmentfirma PPI verweist auf Mitte Juli und sieht wachsende Zweifel, ob das Wirtschaftsprogramm die Wahlen von 2027 übersteht. Hinzu kommen der breite Ausverkauf an der Wall Street und Fälligkeiten von 4,4 Mrd. Dollar (CHF 3,6 Mrd.) im Januar. Die Notenbank kaufte im Oktober Dollar für 1395 Mio. Dollar (CHF 1,1 Mrd.), in den ersten Novembertagen aber nur noch für 9 Mio. Dollar (CHF 7,3 Mio.).

Rätselhafter Kurssprung bei den Peso-Anleihen

Für Gesprächsstoff sorgte der Mittwoch. Inflationsgebundene und lang laufende Peso-Anleihen stiegen um bis zu 4,3 %, das Volumen lag mit über 3000 Mrd. Pesos (CHF 1,6 Mrd.) dreimal so hoch wie üblich. Die Beratungsfirma 1816 schätzt staatliche Käufe auf rund 2000 Mrd. Pesos (CHF 1,1 Mrd.). Bestätigt ist das nicht. Laut Bloomberg gaben die Papiere am Donnerstag nach, weil Händler ebenfalls von einem Eingriff vor den Auktionen ausgingen, während BAE Negocios zur Mittagszeit noch kleine Gewinne meldete.

Das mögliche Motiv liegt auf der Hand. Im November werden Peso-Schulden von rund 40 000 Mrd. Pesos (CHF 21 Mrd.) fällig, und die nächste Auktion des Finanzministeriums findet am 11. November statt. Bis dahin ruht der Handel zeitweise: Die lokalen Märkte schliessen am Freitag sowie am 9. und 10. November wegen des Papstbesuchs. Die Fälligkeiten dürften sich durch Umschuldungen allerdings verringern.

Quellen

  1. El riesgo país superó los 900 puntos y los bonos argentinos profundizaron su caída (05.11.2026) – BAE Negocios
  2. Caen los bonos argentinos y se dispara el riesgo país por encima de los 900 puntos (05.11.2026) – La Nación
  3. Salto de los bonos en pesos: sospechan que el Gobierno inyectó $2 billones antes de una licitación clave (05.11.2026) – Ámbito
  4. Jueves negro para la deuda: los bonos caen hasta 3%, el riesgo país roza los 1.000 puntos (05.11.2026) – iProUP
  5. Fuerte intervención de Caputo para frenar una corrida en medio del derrumbe de los mercados (04.11.2026) – La Política Online
  6. Argentina Bonds Drop as Market Flags Intervention in Peso Debt (05.11.2026) – Bloomberg

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.