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BASF und Covestro drängen Merz zu Korrekturen am EU-Emissionshandel

7. November 2026, 16:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Chefs von BASF und Covestro verlangen in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz Änderungen am europäischen CO2-Handel. BASF rechnet mit Zertifikatskosten von bis zu 1 Mrd. Euro (CHF 915 Mio.).

BASF-Chef Markus Kamieth und Covestro-Chef Markus Steilemann haben sich laut einem Bericht der FAZ vom 7. November mit einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz gewandt. Sie fordern Nachbesserungen am Emissionshandel der EU, also am System, in dem Firmen für jede ausgestossene Tonne CO2 ein Zertifikat vorweisen müssen. Ziel sei es, die Kostenlast der Chemieindustrie zu begrenzen und eine Abwanderung der Produktion aus Europa zu stoppen.

Was die Konzerne verlangen

Im Zentrum der Kritik stehen geplante Auflagen für die kostenlos zugeteilten Zertifikate. Die Gratiszuteilung soll künftig an Investitionsauflagen geknüpft werden. Kamieth und Steilemann wollen diese Bedingungen lockern oder streichen. Zudem fordern sie einen flacheren Pfad bei der Verringerung der verfügbaren Zertifikate und verlässliche Regeln, die über viele Jahre gelten. Die EU will ihre Nettoemissionen bis 2040 um 90 % gegenüber 1990 senken.

Laut Kamieth könnten die Kosten für Zertifikate bei BASF auf bis zu 1 Mrd. Euro (CHF 915 Mio.) steigen. Zum Zeitpunkt machen die Berichte unterschiedliche Angaben. Die Organisation Carbon Market Watch beziffert den Wert der Gratiszertifikate für die energieintensive Industrie auf rund 39 Mrd. Euro (CHF 36 Mrd.) pro Jahr. Kritiker halten den Firmen deshalb vor, schon heute stark entlastet zu sein.

Kein neuer Streit

Die Chemiebranche drängt seit Monaten auf Erleichterungen. Bereits im Mai hatte Steilemann, damals in seiner Rolle als Präsident des Branchenverbands VCI, Merz gebeten, sich in Brüssel für eine Aussetzung der Verschärfung einzusetzen. Der Verband warnte damals vor Zusatzkosten in deutlich dreistelliger Millionenhöhe pro Jahr allein für die deutsche Chemie. Klimaschützer warnen dagegen davor, das System aufzuweichen.

Parallel investiert BASF selbst in die Umstellung. Eine Industriewärmepumpe soll ab Mitte 2027 jährlich bis zu 500 000 Tonnen CO2-freien Dampf liefern. Ende Oktober hatte der Konzern seine Prognose für das bereinigte EBITDA 2026 auf 7,4 bis 7,8 Mrd. Euro (CHF 6,8 bis 7,1 Mrd.) angehoben. Die BASF-Aktie schloss am Freitag im breiten Ausverkauf rund 3 % tiefer bei 54,28 Euro (CHF 49,66).

Quellen

  1. BASF Aktie: Zwei Chefs klopfen bei Merz an (07.11.2026) – Kapitalmarktexperten
  2. BASF Presses Berlin on Carbon Costs While Building Out Its Growth Pipeline (07.11.2026) – ad-hoc-news.de
  3. Brief an Merz: Chemie macht Druck bei EU-Emissionshandel (23.05.2026) – Nordkurier / dpa

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.