Schweiz

Grenzeinkauf: Deutschland will die Bagatellgrenze von 50 Euro (CHF 46) noch dieses Jahr abschaffen

7. November 2026, 15:23 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Schweizer Einkaufstouristen sollen die deutsche Mehrwertsteuer bald auch bei kleinen Einkäufen zurückholen können. Voraussetzung ist der digitale Ausfuhrschein, der laut Zoll noch 2026 in den Regelbetrieb gehen soll.

Wer heute in Deutschland einkauft, erhält die Mehrwertsteuer von bis zu 19 % nur zurück, wenn der Einkauf mindestens 50 Euro (CHF 46) kostet. Diese sogenannte Bagatellgrenze gilt seit 2020. Sie sollte den Aufwand an den Grenzzollstellen begrenzen, wo jeder Ausfuhrschein von Hand abgestempelt werden muss. Wie Blick und cash.ch am 7. November berichten, soll die Grenze nun noch in diesem Jahr fallen.

Die App ersetzt den Stempel

Der Wegfall hängt am digitalen Ausfuhrschein. Mit der App des deutschen Zolls wird der Kassenzettel im Geschäft digital erfasst, und die Ausreise registriert das Smartphone automatisch. Der Halt am Zollschalter entfällt. Die Rückerstattung erfolgt je nach Händler per Überweisung oder als Abzug beim nächsten Einkauf. Seit dem 16. Juni läuft ein Pilotbetrieb, unter anderem in 25 Lidl-Filialen sowie bei G-Star, Humanic und SportScheck.

Abgeschlossen ist der Test noch nicht. Der Zoll schreibt laut cash.ch, nach aktueller Planung sei der Regelbetrieb noch in diesem Jahr vorgesehen. Klappt das bis Ende Dezember nicht, bleibt die 50-Euro-Grenze bis Ende 2027 bestehen. Im Sommer hatte SRF bei einem Test festgestellt, dass die App den Grenzübertritt erst nach mehreren Versuchen erkannte. Laut dem Hauptzollamt Lörrach arbeiten entlang der Schweizer Grenze rund 200 Angestellte nur am Abstempeln von Ausfuhrscheinen.

Druck auf den Schweizer Detailhandel

Eine Erhöhung der Grenze auf 175 Euro (CHF 160), wie sie der deutsche Bundesrechnungshof und Finanzpolitiker gefordert hatten, ist laut dem Bericht vom Tisch. Dagegen wehrten sich Handel, Wirtschaftsverbände und Gemeinden im Grenzgebiet. Für sie sind Schweizer Kunden wichtig: Laut der Handelskammer Hochrhein-Bodensee stammt rund ein Drittel der Kundschaft im deutschen Grenzraum aus der Schweiz.

Die Schätzungen zum Volumen gehen auseinander. Eine von cash.ch zitierte Studie beziffert die Ausgaben von Schweizern im südlichen Baden-Württemberg auf 2,5 Mrd. Euro (CHF 2,3 Mrd.) pro Jahr. Eine Studie der Universität St. Gallen kam laut SRF auf gut 9 Mrd. Franken Umsatz von Schweizer Kunden in grenznahen Geschäften im Ausland insgesamt. Seit Anfang 2025 liegt die Schweizer Wertfreigrenze bei 150 statt 300 Franken. Der Detailhandelsverband Swiss Retail Federation fordert eine Senkung auf 50 Franken, damit Einkäufe zwischen 50 Euro und 150 Franken nicht in keinem der beiden Länder besteuert werden.

Quellen

  1. Bagatellgrenze von 50 Euro soll noch dieses Jahr fallen (07.11.2026) – cash.ch / Blick
  2. Leichteres Leben für Einkaufstouristen: Jetzt wird der Ausfuhrschein digital (17.06.2026) – Blick
  3. Einkaufstourismus: Neue deutsche App soll Grenzshopping erleichtern (06.07.2026) – SRF

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.