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Türkei: Fondsskandal erreicht die Börsenaufsicht, früherer Vize-Chef der SPK kommt in Untersuchungshaft

7. November 2026, 15:23 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Ein Istanbuler Gericht hat am 7. November den früheren stellvertretenden Vorsitzenden der türkischen Kapitalmarktaufsicht SPK in Haft genommen. Der Skandal um 131 liquidierte Fonds hat die Börse Istanbul bereits rund ein Drittel ihres Werts gekostet.

Enver Usca, früherer stellvertretender Vorsitzender der Kapitalmarktaufsicht SPK, sitzt wegen des Verdachts der Bestechlichkeit in Untersuchungshaft. Das berichten die Hürriyet Daily News und die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu, auf die sich Bloomberg beruft. Mit ihm kamen drei weitere Verdächtige in Haft: Ercan Urkan, früher Leiter der Marktüberwachung der SPK, Mustafa Alper Taş, Abteilungsleiter bei der Bankenaufsicht BDDK, sowie Ümit Sincanlı von der Tera Holding. Ein früherer SPK-Abteilungsleiter wurde unter Auflagen freigelassen, ein früheres Mitglied des SPK-Vorstands nach der Befragung entlassen.

Von der Fondskrise zur Aufsicht

Der Skandal begann Mitte September. Mehrere Anlagefonds konnten Rücknahmen nicht mehr bedienen, es folgte ein Ausverkauf. Die Behörden ermitteln seither wegen mutmasslicher Kursmanipulation in wenig gehandelten Aktien. Die SPK liess 131 Fonds von sieben Vermögensverwaltern liquidieren. Betroffen sind laut Türkiye Today über 455 000 Anleger, das Vermögen der Fonds wurde auf 936,3 Mrd. Lira (CHF 15 Mrd.) geschätzt.

Bereits am 2. November hatte ein Gericht den Generaldirektor der Börse Istanbul, Korkmaz Enes Ergun, wegen Bestechlichkeit in Haft genommen. Justizminister Akın Gürlek nannte am 3. November 433 Verdächtige, davon 112 in Untersuchungshaft. Vermögen von 359 Personen und 111 Firmen sind eingefroren. Über ein Konto des Einlagensicherungsfonds TMSF seien rund 30 Mrd. Lira (CHF 491 Mio.) an Geld, Immobilien und Aktien zurückgeflossen, um geschädigte Anleger zu entschädigen.

Ein Drittel des Börsenwerts verloren

Die Folgen am Markt sind gross. Laut Türkiye Today sank der Börsenwert in Istanbul vom 15. September bis Ende Oktober von 20 000 Mrd. auf 13 600 Mrd. Lira, ein Minus von 32 %. Der Leitindex BIST 100 verzeichnete erstmals in seiner Geschichte sieben Wochenverluste in Folge. 135 Aktien verloren mindestens die Hälfte, einzelne Titel wie Tera Yatırım brachen um über 96 % ein. Die Banken hielten sich vergleichsweise gut, ihr Index fiel seit Mitte September um rund 9 %.

Für Kleinanleger hat die Regierung ein Sondergesetz vorgelegt. Es sieht vor, eingezahltes Kapital bis 1 Mio. Lira (CHF 16 400) pro Person zurückzuzahlen. Öffentliches Geld soll dafür laut Vizepräsident Cevdet Yılmaz nicht fliessen.

Quellen

  1. Former SPK deputy chairman arrested in fund probe (07.11.2026) – Hürriyet Daily News
  2. Türkiye arrests ex-Borsa Istanbul chief in fund scandal, custody toll hits 112 (03.11.2026) – Türkiye Today
  3. Only 12 stocks rise as Turkish exchange sheds $128B in fund scandal fallout (02.11.2026) – Türkiye Today
  4. Türkiye says 17 funds settled, eyes Atlas deal this week (12.10.2026) – Daily Sabah
  5. Former top capital markets officials detained in fund investigation (03.11.2026) – bianet

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.