Binance-Beute: Gut 3 Mrd. Dollar (CHF 2,6 Mrd.) liegen noch, die Geldwäsche läuft über Tauschdienste
Gut eine Woche nach dem grössten Krypto-Diebstahl der Geschichte ist erst ein kleiner Teil der Beute gewaschen. Laut der Analysefirma Elliptic liegen noch rund 3,11 Mrd. Dollar (CHF 2,6 Mrd.) in Wallets der Täter. Der Weg führt über Brücken und Tauschdienste, die sich kaum bremsen lassen.
Der Angriff auf Binance vom 29. Oktober gilt als grösster Krypto-Raub bisher. Binance selbst beziffert den Schaden auf rund 6,3 Mrd. Dollar (CHF 5,2 Mrd.), Elliptic zählt 6,43 Mrd. Dollar (CHF 5,3 Mrd.). Das FBI schreibt die Tat der nordkoreanischen Gruppe TraderTraitor zu, die schon hinter dem Bybit-Hack vom Februar 2025 stand. Pjöngjang bestreitet das. Wie das Wall Street Journal am Samstag berichtet, sagen manche Entwickler von Krypto-Diensten, sie könnten die Geldwäsche über ihre Plattformen gar nicht verhindern. Das frustriert die Ermittler.
Ein Teil ist eingefroren, der Rest ruht
Elliptic hat nach eigenen Angaben rund 2,85 Mrd. Dollar (CHF 2,3 Mrd.) als eingefroren oder beschlagnahmt verifiziert, das sind gut 44 % der Beute. Fast alles davon sind Stablecoins, also an den Dollar gebundene Token, die ihr Herausgeber sperren kann. So fror Tether auf der Tron-Blockchain allein 378,7 Mio. USDT ein. Bei Bitcoin und Ether gibt es keine solche zentrale Stelle. Die rund 18 270 gestohlenen Bitcoin liegen seit dem Angriff unbewegt in 19 Wallets. Vom Ether im Wert von 1,33 Mrd. Dollar (CHF 1,1 Mrd.) sind laut Elliptic erst etwa 3 Mio. Dollar (CHF 2,5 Mio.) in Kanäle zur Geldwäsche geflossen.
Bewegung gibt es bei den kleineren Coins. Die gestohlenen Solana sind laut Elliptic praktisch vollständig getauscht oder verschoben. Seit dem 5. November wandern auch XRP: Rund 42 Mio. XRP im Wert von etwa 50 Mio. Dollar (CHF 41 Mio.) wurden bewegt und grösstenteils in Bitcoin getauscht. Insgesamt kamen die Täter so bis Freitag auf rund 1650 Bitcoin im Wert von 124 Mio. Dollar (CHF 102 Mio.). Elliptic zählt über 20 000 Wallets auf 16 Blockchains und mindestens 36 beteiligte Dienste.
Tauschdienste im Visier der Ermittler
Im Zentrum steht THORChain, ein dezentrales Netzwerk für den Tausch zwischen verschiedenen Blockchains. Das FBI forderte die Betreiber der Netzwerkknoten auf, Transaktionen von über 600 gelisteten Adressen zu blockieren. Laut Mitgründer Chad Barraford, zitiert von The Block, sperrt die offizielle Benutzeroberfläche diese Adressen. Ob die unabhängigen Knotenbetreiber mitziehen, liess er offen. Weitere Dienste wie Relay, Chainflip und Symbiosis wickelten laut The Block in den ersten Tagen zusammen rund 140 Mio. Dollar (CHF 115 Mio.) ab. Symbiosis räumte Lücken bei der Prüfung schneller Transfers ein.
Beim Bybit-Hack tauschten die Täter die Beute laut Elliptic innert zehn Tagen um, das Auszahlen in normales Geld dauerte danach Monate. Am Ende dürfte der Grossteil über ausserbörsliche Händler in Bargeld fliessen, erwartet Elliptic.
Quellen
- The Shadowy Crypto Services Helping the Binance Hackers Launder Stolen Billions (07.11.2026) – Wall Street Journal
- Stolen Binance Bitcoin, XRP on the Move as $3.1B Remains Unlaundered: Elliptic (06.11.2026) – Bitcoin.com News
- North Korean hackers launder $242 million of Binance loot via Tron as FBI presses THORChain: analyst (01.11.2026) – The Block
- Binance hackers move 81% of stolen Solana, route funds via THORChain (04.11.2026) – Cointelegraph
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.