Blue Lagoon will im November an die Börse: Islands bekannteste Therme wagt den Börsengang
Die Aktionäre der Betreiberin der Blauen Lagune haben den Börsengang an der Nasdaq Iceland genehmigt. Er soll noch im November stattfinden. Nach Jahren mit Vulkanausbrüchen setzt das Unternehmen auf Zukäufe und den Tourismus.
An einer Generalversammlung am 30. Oktober stimmten die Aktionäre von Bláa lónið hf., der Betreiberin der Blauen Lagune, einem öffentlichen Aktienangebot und der Kotierung am Hauptsegment der Nasdaq Iceland zu. Das berichten die isländische Nachrichtenseite Vísir und die Plattform ArcticToday. Die Kotierung ist für November 2026 geplant. Ein genaues Datum, den Ausgabepreis und das Volumen des Angebots hat das Unternehmen noch nicht genannt. Die Börse prüft das Gesuch, die Zulassung erfolgt nicht automatisch.
Laut Mitteilung ist das Geschäft in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Der Börsengang sei ein Meilenstein und solle den Aktionärskreis auf Publikum, institutionelle Anleger und Mitarbeitende ausweiten. Die Financial Times berichtet, das Geld solle unter anderem Wachstumspläne finanzieren, darunter ein Rückzugsort in den Bergen.
Grösser durch Zukäufe
Den Weg an die Börse hat Blue Lagoon im Lauf des Jahres vorbereitet. Im Juni übernahm das Unternehmen den Reiseveranstalter Arctic Adventures. Isländische Medien bezifferten den Wert des fusionierten Konzerns damals auf über 100 Mrd. isländische Kronen (CHF 678 Mio.). Beim Börsengang könnten demnach mehr als 10 Mrd. Kronen (CHF 68 Mio.) zusammenkommen. Grösster Aktionär bleibt laut Vísir die Gesellschaft Kólfur von Gründer und Verwaltungsratspräsident Grímur Sæmundsen mit rund 19,4 %. Die Beteiligungsgesellschaft Stoðir kommt auf knapp 15 %.
Im Juli vereinbarte Blue Lagoon zudem, die Mehrheit an Norðurböð zu übernehmen. Dazu gehören die Thermalbäder Jarðböðin am Mývatn und Sjóböðin in Húsavík sowie eine Beteiligung an Vök bei Egilsstaðir. Die Fontana-Therme in Laugarvatn kontrolliert das Unternehmen bereits. Laut Chefin Sigríður Margrét Oddsdóttir besuchen gemäss eigenen Umfragen drei von vier Touristen während ihres Aufenthalts eine Lagune. Begleitet wird das Angebot von der Landsbankinn und der Investmentbank Fossar.
Vulkane als Risiko
Ein erster Anlauf für einen Börsengang im Jahr 2022 wurde verschoben. Ab Ende 2023 legten wiederholte Vulkanausbrüche bei Grindavík den Betrieb in Svartsengi bis Mitte 2025 immer wieder still. Erdwälle schützten die Anlage, im November 2024 überflutete Lava aber den ursprünglichen Parkplatz. Die direkten Kosten der Erdbeben schätzten isländische Medien auf 7 bis 8 Mrd. Kronen (CHF 47 bis 54 Mio.), vor allem durch entgangene Umsätze. Die Zukäufe sollen laut Vísir auch dieses Klumpenrisiko verringern.
Rund 700 fest angestellte Mitarbeitende erhalten zudem Optionen. Sie dürfen von 2028 bis 2032 jährlich Aktien für bis zu 1,5 Mio. Kronen (CHF 10 200) kaufen, insgesamt höchstens 7,5 Mio. Kronen (CHF 51 000). Die Steuerbehörde muss den Plan noch genehmigen.
Quellen
- Bláa lónið á markað í nóvember (30.10.2026) – Vísir
- Blue Lagoon shareholders approve stock market listing and staff share options (30.10.2026) – ArcticToday
- Blue Lagoo plans IPO after volcanic disruptions ease (30.10.2026) – Investing.com
- Samrunanum ætlað að renna fleiri stoðum undir Bláa lónið utan Svartsengis (26.09.2026) – Vísir / Innherji
- Bláa lónið eykur hlut sinn í þremur baðlónum (09.07.2026) – Vísir
- Blue Lagoon Approves Public Offering and Nasdaq Iceland Listing (31.10.2026) – Iceland Review
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.