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Brasilien: Lula sucht einen Finanzminister für die Märkte, am Sonntag wird eine Rede erwartet

6. November 2026, 18:26 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Nach dem Börsenschock vom Oktober sucht Präsident Lula eine Figur, der Investoren vertrauen. Laut Bloomberg stehen vier Namen im Raum. Am 8. November wird eine Rede erwartet, die Entscheidung über das Finanzministerium soll erst später im Monat fallen.

Brasiliens wiedergewählter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bereitet seine vierte Amtszeit vor und steht unter Druck der Finanzmärkte. Am 26. Oktober, dem ersten Handelstag nach der Stichwahl, stoppte die Börse in São Paulo den Handel erstmals seit 2020 für 30 Minuten. Der Leitindex Ibovespa fiel an jenem Tag zeitweise um rund 17 %, der Dollar stieg zwischenzeitlich um mehr als 12 % auf 5,605 Real. Seither hat sich die Lage beruhigt: Am Freitag lag der Ibovespa bei rund 168 800 Punkten, 1,6 % höher als am Vortag, der Dollar kostete rund 5,49 Real.

Vier Namen im Gespräch

Laut Bloomberg, gestützt auf ungenannte Personen aus dem Umfeld, sucht Lula eine vertraute Person, die zugleich das Verhältnis zum Markt verbessern kann. Genannt werden Rafael Fonteles, der 41-jährige Gouverneur von Piauí, und Vizepräsident Geraldo Alckmin, 73. Alckmin gilt an den Märkten als sichere Wahl, wäre aber der erste Finanzminister unter Lula ohne Parteibuch der Arbeiterpartei PT. Der amtierende Minister Dario Durigan, 42, gewinnt Rückhalt, doch einige Unternehmer zweifeln an seinem politischen Gewicht. Planungsminister Bruno Moretti, 46, steht Lulas Wirtschaftsvorstellungen am nächsten.

Am 5. November traf Lula im Präsidentenpalast Alvorada Minister und Ökonomen, darunter Alckmin, Durigan, Moretti und Ex-Finanzminister Fernando Haddad. Konkrete Beschlüsse werden laut der Zeitung O Tempo in den nächsten Tagen nicht erwartet. Die Personalentscheidung soll demnach erst in der zweiten Novemberhälfte nach Lulas Asienreise fallen.

Was Investoren verlangen

Das Problem ist der Haushalt. Das Gesamtdefizit liegt laut Bloomberg nahe 10 % des Bruttoinlandprodukts, die Staatsschulden sind auf Rekordhöhe. Im Wahlkampf weitete Lula die Ausgaben aus, unter anderem mit Subventionen für Treibstoff und Kredite. Geplant ist eine schrittweise Anpassung bis zu einem Primärüberschuss von 1,5 % des Bruttoinlandprodukts am Ende der Amtszeit. Forderungen von Investoren, etwa das Ende realer Erhöhungen des Mindestlohns, gehören nicht dazu. Innerhalb der Regierung ist die Linie umstritten: Durigan deutete Schritte zum Haushaltsausgleich an, Guilherme Boulos vom Generalsekretariat des Präsidenten lehnt das ab.

Die Notenbank liess den Leitzins Selic am 4. November einstimmig bei 13,75 % und beendete damit die im März begonnene Serie von Senkungen. Hohe Zinsen verteuern die Staatsschuld zusätzlich. Am Sonntag, 8. November, wird eine Rede Lulas erwartet, in der er sich laut O Tempo zu Massnahmen für den Haushalt verpflichten könnte. Das Finanzportal Money Times rechnet damit, dass er sich zu den Zweifeln an den Haushaltsregeln äussert.

Quellen

  1. Lula prioriza aliados ao mercado na escolha para a Fazenda em novo mandato, dizem fontes (06.11.2026) – Bloomberg Línea
  2. Lula convoca ministros e economistas para discutir novas medidas após BC manter taxa de juros (05.11.2026) – O Tempo
  3. Payroll fecha semana antes de pronunciamento de Lula ao mercado (06.11.2026) – Money Times
  4. Fonteles ou Alckmin: qual cotado para a Fazenda tem mais força para acalmar o mercado (26.10.2026) – Times Brasil

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.