Vorsorge

Razzia bei Bayerns Versorgungskammer: Verlust mit US-Immobilien von bis zu 853 Mio. Euro (CHF 780 Mio.)

7. November 2026, 00:23 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Korruptionsverdachts rund um die Bayerische Versorgungskammer und die Deutsche Finance Group. Im Zentrum stehen sieben US-Immobilienprojekte, die dem grössten deutschen Vorsorgeverwalter Verluste in dreistelliger Millionenhöhe bescheren.

Rund 100 Beamte und sechs Staatsanwälte haben am 3. und 5. November Büros der Deutsche Finance Group (DF) und der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) in München sowie drei Privatwohnungen durchsucht. Das berichten Stiftung Warentest, das Private Banking Magazin und die Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Ermittler stellten umfangreiche Unterlagen und Datenträger sicher. Beide Unternehmen betonen, sie seien als Dritte durchsucht worden und kooperierten mit den Behörden.

Essenseinladungen und eine Hotelsuite

Beschuldigt sind ein Mitglied der DF-Geschäftsführung sowie zwei Immobilienfachleute der BVK. Laut Staatsanwaltschaft ist einer von ihnen noch bei der Versorgungskammer tätig. Die BVK sagt dagegen, beide hätten das Haus verlassen, einer durch Kündigung, einer durch Entlassung. Der Vorwurf: Ein BVK-Mitarbeiter soll Investitionen und Kapitalabrufe in sieben US-Projekten zugunsten von DF beeinflusst haben. Im Gegenzug soll er teure Essen in München, London, Los Angeles und New York sowie Übernachtungen in einer New Yorker Hotelsuite erhalten haben. Die Vorwürfe sind nicht bewiesen, es gilt die Unschuldsvermutung. Wegen Untreue im Zusammenhang mit den Verlusten wird derzeit nicht ermittelt.

Ins Rollen gebracht hat die Sache die BVK selbst. Sie meldete den Ermittlern 2025 nach eigenen Angaben eine compliance-relevante Nähe zwischen den Beteiligten.

1,6 Mrd. Euro in New York, Miami und Chicago

Die BVK hat laut Stiftung Warentest rund 1,6 Mrd. Euro (CHF 1,5 Mrd.) über von DF aufgelegte Fonds in US-Immobilien gesteckt, zusammen mit dem Projektentwickler Michael Shvo. Die Objekte liegen in New York, Miami Beach, Beverly Hills, Chicago und San Francisco. Der drohende Verlust beläuft sich auf bis zu 853 Mio. Euro (CHF 780 Mio.). Rund 392 Mio. Euro (CHF 359 Mio.) waren Ende 2025 auf Fondsebene bereits realisiert. Das Projekt in Los Angeles wurde im Dezember 2024 aufgegeben, jenes in Miami im Oktober 2025 verkauft. Aus der Beteiligung an der Transamerica Pyramid in San Francisco stieg die BVK im Februar 2026 aus.

Die BVK verwaltet über 120 Mrd. Euro (CHF 110 Mrd.) für zwölf Versorgungseinrichtungen. Sie sichert die Altersvorsorge von rund 2,7 Millionen Mitgliedern, darunter Ärzte, Architekten, Apotheker und Anwälte. Laut dpa-AFX ist der Schaden gemessen daran finanziell verkraftbar. Für die DF wiegt die Lage schwerer: Sie verwaltet nach eigenen Angaben rund 10 Mrd. Euro (CHF 9,1 Mrd.) und hat etwa 50 000 Privatanleger. Stiftung Warentest sieht das Haus in der Krise. Ein Fonds mit einem Laborgebäude bei Boston ist bereits insolvent, und die DF hat die BVK in Delaware verklagt.

Quellen

  1. Anlageskandal: Razzia bei Deutscher Finance Group und Bayerischer Versorgungskammer (05.11.2026) – Stiftung Warentest
  2. Razzia bei BVK wegen Korruptionsverdacht um US-Immobilien (06.11.2026) – Private Banking Magazin
  3. Korruptionsverdacht bei Ex-Mitarbeitern der Versorgungskammer Bayern (05.11.2026) – onvista / dpa-AFX

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.