Rohstoffe

China drosselt Diesel-Exporte: November-Menge dürfte auf 800 000 Tonnen sinken

6. November 2026, 04:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Chinas Raffinerien liefern im November deutlich weniger Diesel ins Ausland. Nach starken Exporten im Spätsommer sind die Lager im Inland knapp, Peking stellt die eigene Versorgung voran. Das trifft einen Weltmarkt, dem Diesel ohnehin fehlt.

Laut Händlern und Branchenvertretern, die Reuters zitiert, waren bis Anfang Monat rund 500 000 Tonnen Diesel zur Verladung im November verkauft. Erste Schätzungen für den ganzen Monat liegen bei etwa 800 000 Tonnen. Im September waren es noch 1,8 Mio. Tonnen, im August 1,33 Mio. Tonnen. Gegenüber September wäre das ein Rückgang um rund 56 %. Die Abschlüsse für die zweite Monatshälfte standen noch aus, die Zahl ist also vorläufig.

Auch das Analysehaus Energy Aspects rechnet wegen knapper Lager mit geringeren Diesel-Exporten, wie aus einer Schlagzeile von Bloomberg vom 6. November hervorgeht. Der Artikel selbst ist nicht frei zugänglich.

Grosse Quote, wenig Ware

Bemerkenswert ist der Widerspruch zur offiziellen Exportquote. China hat sie für Raffinerieprodukte im vierten Quartal auf 20,44 Mio. Tonnen erhöht, das sind 44 % mehr als ein Jahr zuvor. Das Beratungsunternehmen GL Consulting weist darauf hin, dass eine höhere Quote nicht automatisch mehr tatsächliche Lieferungen bedeutet. Der Novemberplan könne noch nach oben korrigiert werden.

Die Vorgeschichte erklärt die Vorsicht. Zwischen April und Juli beschränkte Peking die Treibstoffexporte während der Krise im Nahen Osten und hob die Limiten Mitte Juli wieder auf. Danach stiegen die Ausfuhren kräftig, im August lagen sie bei allen Raffinerieprodukten mit 6,01 Mio. Tonnen um 12,7 % über dem Vorjahr. Schon im September meldete Bloomberg unter Berufung auf das Beratungsunternehmen JLC International, dass die Dieselbestände der staatlichen Anbieter auf ein 15-Monats-Tief gefallen waren. Amtliche Lagerzahlen veröffentlicht China nicht.

Ein weiterer Engpass im Dieselmarkt

Für Europa ist die Lage ohnehin angespannt. Russland hat sein Diesel-Exportverbot bis Ende Januar verlängert, Frankreich hat Ende Oktober Reserven freigegeben. Weniger chinesische Ware fehlt zunächst vor allem in Asien, kann aber dazu führen, dass dortige Käufer auf andere Lieferanten ausweichen und die Konkurrenz um verfügbare Ladungen zunimmt. Wie stark das die Preise bewegt, hängt auch davon ab, ob Peking die Menge noch anhebt.

Quellen

  1. China’s Diesel Exports Set to Plunge as Domestic Inventories Run Low (05.11.2026) – Oilprice.com
  2. China's Diesel Exports Set to Drop in November Amid Shifting Policies (05.11.2026) – OilandEnergy via Head Topics
  3. Shrinking China Fuel Stockpiles Raise Chance of Export Curbs (16.09.2026) – Energy Connects (Bloomberg)
  4. Russland verlängert Diesel-Exportverbot bis Ende Januar (31.10.2026) – TVinvestment.ch
  5. Frankreich öffnet Diesel-Reserven (31.10.2026) – TVinvestment.ch

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.