Chinas KI-Chipentwickler schreiben erste Gewinne, doch bei Moore Threads und MetaX bleiben sie dünn
Chinesische Anbieter von KI-Chips profitieren von der grossen Nachfrage nach heimischer Rechenleistung. Moore Threads hat erstmals einen Quartalsgewinn ausgewiesen, Cambricon verdoppelt den Umsatz. Ein genauer Blick zeigt aber schmale Margen und Engpässe.
China will bei Chips für künstliche Intelligenz unabhängiger von US-Anbietern wie Nvidia werden. Die heimischen Hersteller von Grafikprozessoren (GPU), also Rechenchips für das Training und den Betrieb von KI-Modellen, wachsen deshalb rasant. Laut dem staatlichen Forschungsinstitut CAICT stieg der Bedarf an KI-Rechenleistung in China im ersten Quartal 2026 um 417 % gegenüber dem Vorjahr. Das Angebot wuchs nur um 128 %, wie das Wirtschaftsmagazin Caixin berichtete.
Moore Threads erstmals in den schwarzen Zahlen
Moore Threads, an der Technologiebörse Star Market in Shanghai kotiert, legte am 28. Oktober seine Zahlen zum dritten Quartal vor. Der Umsatz stieg um 1774 % auf 1,55 Mrd. Yuan (CHF 191 Mio.). Unter dem Strich blieb ein den Aktionären zurechenbarer Gewinn von 49,26 Mio. Yuan (CHF 6,1 Mio.). Das Unternehmen erreichte damit sein Gewinnziel für 2027 früher als geplant. Die Gewinnmarge liegt allerdings bei nur rund 3 %, auch weil die Ausgaben für Forschung um 87,9 % auf 570 Mio. Yuan (CHF 70 Mio.) stiegen.
Moore Threads plant zudem eine Zweitkotierung in Hongkong, um weitere Mittel für Forschung und Produktion zu beschaffen. Details zu Zeitpunkt und Umfang nannte das Unternehmen nicht. Mit dem Onlinehändler JD.com plant Moore Threads einen Rechencluster mit 100 000 chinesischen GPU.
Cambricon wächst, MetaX dank Sondereffekten
Der grössere Konkurrent Cambricon steigerte den Umsatz im dritten Quartal um 104 % auf 3,53 Mrd. Yuan (CHF 434 Mio.). Der Reingewinn wuchs um 148 % auf 1,40 Mrd. Yuan (CHF 172 Mio.). Der Umsatz blieb dennoch deutlich hinter einer Schätzung von rund 6,26 Mrd. Yuan (CHF 769 Mio.) zurück. Laut Bloomberg bremsten Engpässe in der Fertigung und knappe Speicherchips das Geschäft.
Bei MetaX täuscht der Gewinn. Im ersten Halbjahr wies das Unternehmen einen Reingewinn von 612 Mio. Yuan (CHF 75 Mio.) aus, nach einem Verlust im Vorjahr. Das Plus stammte aber vor allem aus Einmaleffekten. Ohne diese blieb ein Verlust von 48,9 Mio. Yuan (CHF 6 Mio.), auch wenn das zweite Quartal bereinigt positiv ausfiel. Als Risiken gelten die Abhängigkeit von wenigen Grosskunden, stark gestiegene offene Forderungen und die Frage, wie gut Kunden von Nvidias Software-Umgebung CUDA wechseln können.
Quellen
- Moore Threads Q3 Revenue Soars 1,774%, Turns Profitable a Quarter Early, Launches Hong Kong Secondary Listing (28.10.2026) – BigGo Finance
- China AI Compute Demand Up 417%; Nvidia Rival's Sales Up 19x (31.10.2026) – FourWeekMBA
- MetaX turns profitable as GPU shipments rise, but the headline hides a harder picture (31.08.2026) – remio
- "Local GPU leaders" sees first mover turn a profit (30.08.2026) – Tiger Brokers News
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.