Euro-Raum: Teuerung erreicht 4 %, Energie treibt die Preise, Zinsschritt im Dezember rückt näher
Die Teuerung im Euro-Raum ist im Oktober auf 4,0 % gestiegen, so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Die Energiepreise liegen fast 21 % über dem Vorjahr. Die Kernrate blieb bei 2,5 %, doch die Erwartung einer Zinserhöhung im Dezember festigt sich.
Eurostat hat am 4. November die Schnellschätzung für Oktober veröffentlicht. Demnach stiegen die Verbraucherpreise im Euro-Raum um 4,0 % gegenüber dem Vorjahr, nach 3,8 % im September. Das entsprach den Erwartungen der von Reuters befragten Ökonomen. Einen Wert von 4 % gab es zuletzt im September 2023. Gegenüber dem Vormonat zogen die Preise um 0,4 % an.
Energie als Haupttreiber
Der Anstieg geht vor allem auf die Energie zurück. Sie verteuerte sich um 20,8 % zum Vorjahr, im September waren es 18,9 %. Reuters nennt den Krieg im Iran als Ursache und hebt Diesel und Erdgas hervor. Die tiefen Gasspeicher gelten zudem als Risiko für die Heizkosten im Winter.
Die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel verharrte bei 2,5 %. Dienstleistungen verteuerten sich um 3,3 % nach 3,2 %, Industriegüter um 1,2 % nach 1,1 %. Unverarbeitete Lebensmittel legten um 4,6 % zu.
Zwischen den Ländern gehen die Werte weit auseinander. Italien sprang von 4,2 auf 5,6 %, Belgien von 4,5 auf 5,2 %. Frankreich kam auf 3,8 %, Spanien auf 4,9 %. Deutschland sank dagegen von 3,3 auf 2,8 %. Die endgültigen Zahlen folgen am 18. November.
Druck auf die EZB
Die Europäische Zentralbank hat den Zins in diesem Jahr zweimal erhöht, im Juni und im September, und ihn vergangene Woche unverändert gelassen. Der Einlagensatz liegt bei 2,5 %. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hält einen weiteren Schritt laut Handelsblatt für sehr wahrscheinlich notwendig. Der österreichische Notenbankchef Martin Kocher sieht deutlich gestiegene Inflationsrisiken. Eine Erhöhung zum Jahresende würde den Einlagensatz auf 2,75 % heben.
Die Märkte rechnen mit weiteren Schritten. Reuters spricht von zwei bis drei Erhöhungen im kommenden Jahr, das Handelsblatt von bis zu drei. Die meisten Ökonomen halten das laut Handelsblatt für übertrieben. Die EZB selbst erwartet, dass die Teuerung bis weit ins erste Halbjahr 2027 über 4 % bleibt und danach in den Bereich von gut 2 % sinkt, sobald die hohen Vorjahreswerte aus der Rechnung fallen. Ökonomen warnen laut Reuters aber, die Energiekosten könnten auf andere Waren und Dienstleistungen übergreifen. Sichtbar würde das womöglich im Januar, wenn viele Preise neu festgelegt werden.
Quellen
- Inflation im Euro-Raum erreicht die Vier-Prozent-Marke (04.11.2026) – Handelsblatt
- Euro Zone Inflation Hits Three-Year High; Possible ECB Rate Hike Looms (04.11.2026) – Reuters via Global Banking & Finance Review
- Eurozone CPI Hits 4.0% as Energy Inflation Surges, But Core Holds at 2.5% (04.11.2026) – ActionForex
- Eurozone inflation hits 4% for first time since 2023, piling pressure on ECB (04.11.2026) – investingLive
- Teuerung springt im Oktober auf 1,5 % (03.11.2026) – TVinvestment.ch
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.