Teuerung springt im Oktober auf 1,5 %: Höchster Wert seit Dezember 2023, Kernrate bleibt bei 0,5 %
Die Jahresteuerung in der Schweiz ist im Oktober von 1,0 % auf 1,5 % gestiegen und hat alle Prognosen übertroffen. Fast den ganzen Anstieg verursacht das Erdöl. Die Kerninflation bleibt unverändert tief, der Franken legt trotzdem zu.
Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat am Dienstag, 3. November, die neuen Preisdaten veröffentlicht. Der Landesindex der Konsumentenpreise stieg gegenüber September um 0,2 % auf 101,7 Punkte. Im Jahresvergleich beträgt die Teuerung nun 1,5 %. Höher lag sie zuletzt im Dezember 2023, zu Jahresbeginn war sie noch nahe null.
Die Prognosen wurden klar verfehlt. In der Umfrage der Finanznachrichtenagentur AWP hatten Ökonomen 1,1 bis 1,4 % erwartet, der Konsens lag laut Investing.com bei 1,3 %. Für den Monatsvergleich war sogar eine unveränderte Zahl erwartet worden.
Erdöl erklärt fast den ganzen Anstieg
Erdölprodukte kosteten 40,3 % mehr als vor einem Jahr und 6,4 % mehr als im September. Heizöl verteuerte sich im Monatsvergleich um 9,8 %, Diesel um 6,0 % und Benzin um 4,9 %. Von den 0,206 % Monatsanstieg gehen 0,174 Prozentpunkte allein auf diese Produkte zurück. Ohne sie blieben die Preise im Monatsvergleich stabil, im Jahresvergleich beträgt das Plus 0,6 %.
Das zeigt sich auch bei der Herkunft der Güter: Importierte Waren verteuerten sich innert Jahresfrist um 3,7 %, inländische nur um 0,8 %. Die Mieten lagen 1,6 % über dem Vorjahr. Gegenüber September stiegen zudem Bekleidung und Schuhe um 3,7 %. Pauschalreisen ins Ausland und Hotelübernachtungen wurden günstiger.
Kernrate stützt die Sicht der SNB
Die Kerninflation ohne Energie, Treibstoffe sowie frische und saisonale Produkte blieb bei 0,5 %. Das passt zur Einschätzung der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die den Energieschock als weitgehend vorübergehend betrachtet. Sie rechnet nur mit begrenzten Zweitrundeneffekten, also mit wenig Folgewirkungen auf Löhne und übrige Preise. Am 24. September beliess sie den Leitzins bei 0 % und erwartete für das vierte Quartal einen leichten Anstieg der Teuerung. Für 2026 prognostizierte sie im Schnitt 0,7 %.
Die Spielräume werden allerdings enger. Von Bloomberg befragte Ökonomen hatten den Höchststand erst um den Jahreswechsel bei 1,4 % erwartet, dieser Wert ist nun bereits überschritten. Zugleich bleibt die Rate im SNB-Band für Preisstabilität von 0 bis 2 %. Bleibt die Energie teuer und geben Firmen die Kosten weiter, dürfte der Komfort laut dem Marktportal Investinglive abnehmen.
Franken zieht an
Am Devisenmarkt reagierte der Franken mit Gewinnen. Laut cash.ch erreichte er zum Euro ein Fünf-Monate-Hoch. Am Vormittag kostete ein Euro rund 0,914 Franken, ein Dollar rund 0,816 Franken. Am Montagmorgen waren es noch 0,921 und 0,824 Franken gewesen.
Quellen
- Schweizer Inflation steigt auf 1,5 Prozent - Franken zieht an (03.11.2026) – cash.ch
- Swiss inflation hits 1.5% in October, above forecasts, on fuel costs (03.11.2026) – Investing.com
- Jahresinflation in der Schweiz klettert auf 1.5 Prozent (03.11.2026) – SRF
- Inflation in der Schweiz steigt im Oktober auf 1,5 % (03.11.2026) – 20 Minuten
- Swiss inflation surprises higher in October but core prices offer some relief (03.11.2026) – Investinglive
- Geldpolitische Lagebeurteilung (24.09.2026) – Schweizerische Nationalbank
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.