Geldpolitik

Fed-Präsident Musalem fordert baldige Zinserhöhung, auch Barkin sieht nur noch das Tempo offen

30. Oktober 2026, 19:22 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Zwei Tage nach der Zinspause der US-Notenbank machen zwei regionale Fed-Präsidenten Druck. Alberto Musalem aus St. Louis hält eine weitere Straffung «bald» für nötig, Tom Barkin aus Richmond sieht die Richtung als klar an.

Alberto Musalem, Präsident der Federal Reserve Bank of St. Louis, hat sich am Freitag, 30. Oktober, für eine baldige weitere Zinserhöhung ausgesprochen. Eine zusätzliche Straffung der Geldpolitik werde nötig sein, «und zwar bald», heisst es sinngemäss in seinem Redetext für eine Veranstaltung des Shadow Open Market Committee in New York, wie Reuters berichtete. Das Gremium ist eine Gruppe von Ökonomen, die die Politik der Fed von aussen beurteilt. Kleinere Schritte zu einem früheren Zeitpunkt seien in der Regel weniger störend als grössere und abrupte Massnahmen später, argumentierte Musalem.

Teuerung zu hoch und zu breit abgestützt

Musalem bezeichnete die Inflation als zu hoch und breit abgestützt. Sie liege deutlich über dem Ziel von 2 %, und die Risiken zeigten nach oben. Als Beleg für die robuste Wirtschaft verwies er laut Yahoo Finance auf das Wachstum von 3,4 % im dritten Quartal. Der Konsum zeige keine Anzeichen einer Abkühlung, und der Bau von KI-Rechenzentren wachse zweistellig. Geldpolitik und Finanzierungsbedingungen seien trotz einer gewissen Verschärfung in jüngster Zeit noch immer locker.

Gestützt wird diese Sicht von den Teuerungsdaten dieser Woche. Der PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmass der Fed, stieg im September auf 3,6 % nach 3,4 % im August. Die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel kletterte von 3,0 % auf 3,1 %.

Barkin: Die Frage ist das Tempo

Ähnlich äusserte sich am Freitag Tom Barkin, Präsident der Richmond Fed, in einem Interview mit SiriusXM. Angesichts hoher Inflation, solider Nachfrage und relativ tiefer Arbeitslosigkeit sei die Richtung der Geldpolitik «ziemlich klar», sagte er sinngemäss. Offen sei aber das Tempo. Ein schrittweises Vorgehen sei sinnvoll, solange die Notenbank nicht weit hinter der Entwicklung zurückliege. Unternehmen in seinem Bezirk berichteten von steigenden Kosten für Diesel, Computerchips und Fachkräfte und seien bereit, diese weiterzugeben. Barkin ist im Zinsausschuss erst 2027 stimmberechtigt, Musalem derzeit ebenfalls nicht.

Dezember rückt in den Fokus

Die Fed hatte den Leitzins am Mittwoch nach der Erhöhung im September bei 3,75 bis 4,00 % belassen. Zwei Mitglieder stimmten dagegen und hätten bereits eine Erhöhung bevorzugt. Fed-Chef Kevin Warsh liess offen, was am nächsten Treffen vom 8. und 9. Dezember geschieht. Laut Reuters rechnen Marktteilnehmer dann mit einem Zinsschritt um 0,25 Prozentpunkte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag am Freitag bei rund 4,94 %, nach gut 5,0 % am Mittwoch.

Quellen

  1. Fed's Musalem says a rate hike is needed 'soon' (30.10.2026) – Reuters / Investing.com
  2. Rates need to be higher, 2 Fed members say. The question is how much. (30.10.2026) – Yahoo Finance / AOL
  3. Fed's Barkin says US central bank's direction 'straightforward,' the question is pace, SiriusXM reports (30.10.2026) – Reuters / Investing.com

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.