Frankreich hält am Defizit von 5,4 % fest, doch der Finanzrat nennt die Wachstumsprognose kaum erreichbar
Die Regierung in Paris hat das Budget-Nachtragsgesetz für 2026 vorgelegt und bleibt bei 0,5 % Wachstum. Der unabhängige Finanzrat hält das für kaum erreichbar. Das Defizit könnte allein wegen höherer Zinskosten auf 5,5 % des Bruttoinlandprodukts steigen.
Wirtschaftsminister Roland Lescure und Budgetminister David Amiel präsentierten am 4. November im Ministerrat das Gesetz zum Abschluss des Haushaltsjahres 2026. Es bleibt bei einem öffentlichen Defizit von 5,4 % des Bruttoinlandprodukts (BIP) und einem Wachstum von 0,5 %. Ursprünglich hatte Paris für 2026 ein Defizit von 5 % angestrebt. Im September räumte die Regierung ein, dass dieses Ziel verfehlt wird. 2025 hatte das Defizit 5,1 % betragen.
Prognosen geraten unter Druck
Die Annahmen wurden vor den jüngsten Konjunkturdaten festgelegt. Das Statistikamt Insee meldete am 30. Oktober einen Rückgang des BIP um 0,1 % im dritten Quartal. Im ersten Quartal war es um 0,2 % gefallen, im zweiten stagnierte es. «Die französische Wirtschaft steht still», sagte Lescure sinngemäss laut der Nachrichtenagentur AFP. Im Sender BFMTV nannte er für 2026 ein Wachstum zwischen 0,3 und 0,5 %. Einen Anlass, das Defizitziel zu ändern, sieht er nicht.
Der Haut Conseil des finances publiques, ein unabhängiges Gremium beim Rechnungshof, widerspricht. Er nennt 0,5 % «schwer erreichbar» und hält 0,3 % für wahrscheinlicher. Die höheren Zinskosten allein würden das Defizit rein rechnerisch auf 5,5 % heben. Das Insee und die Banque de France rechnen je mit 0,4 %. Notenbankchef Emmanuel Moulin nannte auch diesen Wert «etwas optimistisch» und kündigte eine neue Schätzung für Mitte Dezember an.
Umschichtungen statt Zusatzausgaben
Das Gesetz sieht neue Mittel von 3,7 Mrd. Euro (CHF 3,4 Mrd.) vor, denen Streichungen von 3,8 Mrd. Euro (CHF 3,5 Mrd.) gegenüberstehen. Die Verteidigung erhält wegen des Konflikts im Nahen Osten 700 Mio. Euro (CHF 643 Mio.) mehr, ebenso die Notunterkünfte. Beim Investitionsprogramm France 2030 und beim Budget für Arbeit und Soziales fallen je 600 Mio. Euro (CHF 551 Mio.) weg.
Noch heikler ist das nächste Jahr. Für 2027 plant Paris ein Defizit von 5 %, dafür sollen 54 Mrd. Euro (CHF 50 Mrd.) gespart werden. Die Berichterstatterin des Senats, Christine Lavarde, nannte die dafür angenommenen 1 % Wachstum laut AFP «zu optimistisch». Die Ratingagentur Fitch hatte den Ausblick für Frankreich zuletzt auf negativ gesenkt.
Quellen
- Le gouvernement maintient sa prévision de croissance pour 2026, jugée optimiste (04.11.2026) – La Gazette France / AFP
- Le gouvernement maintient ses prévisions budgétaires pour 2026 (04.11.2026) – Quartz France
- Budget : 5 % de déficit pour 2027, un objectif ambitieux mais réalisable (18.09.2026) – MoneyVox
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.