Gesamtmetall warnt: Weitere 300 000 Jobs in Gefahr, Warnstreiks in über 2000 Betrieben angekündigt
Der deutsche Arbeitgeberverband Gesamtmetall sieht in der Metall- und Elektroindustrie innert zwei bis drei Jahren weitere 300 000 Stellen bedroht. Die Warnung fällt mitten in den Tarifstreit: Die IG Metall verlangt 5 % mehr Lohn und weitet ihre Warnstreiks aus.
Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer von Gesamtmetall, zeichnete in der «Bild»-Zeitung ein düsteres Bild. Die Lage sei «katastrophal», die Firmen kämpften vielfach ums Überleben. Seit 2019 hat die Branche nach Angaben des Verbands bereits 350 000 Stellen verloren. Weil Kapazitäten nicht ausgelastet seien, drohe in den nächsten zwei bis drei Jahren der Verlust von weiteren 300 000.
Damit blieben noch rund 3,4 Millionen Beschäftigte, laut Zander der tiefste Stand seit der Wiedervereinigung 1990. Heute fallen rund 3,7 Millionen Menschen unter den Flächentarif, also den branchenweiten Tarifvertrag. Zander nannte zudem einen Verlust von monatlich 10 000 Stellen. Hält dieses Tempo an, wären 300 000 Stellen in zweieinhalb Jahren weg. Die Prognose stammt von einer Tarifpartei und ist nicht unabhängig belegt.
Zwei Angebote, die weit auseinanderliegen
Die IG Metall fordert 5 % mehr Entgelt bei zwölf Monaten Laufzeit, dazu Regeln zur Sicherung von Jobs und Standorten sowie eine Gewinnbeteiligung in ertragsstarken Betrieben. Zander nennt das «unverantwortlich». Das Angebot der Arbeitgeber aus der zweiten Verhandlungsrunde läuft über 26 Monate und sieht eine Einmalzahlung sowie 1,3 % mehr Lohn im Juli 2028 vor. Die Gewerkschaft beschreibt es als Nullrunde bis Mitte 2028, ergänzt um eine erfolgsabhängige Zahlung von 1 % im Jahr 2027. Sie lehnt es mit Verweis auf die Teuerung ab.
Nach dem Ende der Friedenspflicht, während der Streiks verboten sind, in der Nacht auf den 1. November begannen die Warnstreiks. Am Montag legten laut Gewerkschaft rund 38 000 Beschäftigte in 220 Betrieben die Arbeit nieder. Aktionen gab es unter anderem bei Thyssenkrupp, Opel, Siemens Energy, Mercedes-Benz und Schaeffler. Für diese Woche sind Aktionen in mehr als 2000 Betrieben angekündigt. Ein Termin für die dritte Runde steht noch nicht fest.
Warum das auch die Schweiz betrifft
Für die Schweizer Industrie ist Deutschland ein wichtiger Absatzmarkt, viele Zulieferer hängen direkt an den deutschen Auto- und Maschinenbauern. Die Warnung passt in eine Reihe schwacher Signale: BMW hat am Dienstag die Gewinnprognose erneut gesenkt, die Thurgauer Arbonia begründete ihre tiefere Prognose am Montag mit dem schwachen Deutschland-Geschäft. Zu den Streikkosten nennen die Quellen keine Zahlen. Die bisher gemeldeten Ausstände dauerten teils nur wenige Stunden.
Quellen
- Gesamtmetall: Verband sieht weitere 300.000 Jobs in einer Branche in Gefahr (04.11.2026) – t-online/dpa
- Metall und Elektro: Gesamtmetall sieht weitere 300.000 Jobs in Gefahr (04.11.2026) – news.de/dpa
- IG Metall: Warnstreiks erfassen 38.000 Beschäftigte in 220 Betrieben (03.11.2026) – ad-hoc-news
- Tarifstreit: Erste Warnstreikwelle der IG Metall rollt (November 2026) – WirtschaftsWoche
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.