Deutschland: Eigentumswohnungen erstmals seit 2024 billiger, Greix-Index sinkt im Jahresvergleich um 0,2 %
Der Aufschwung am deutschen Wohnungsmarkt kommt zum Stehen. Eigentumswohnungen kosteten im dritten Quartal 0,2 % weniger als ein Jahr zuvor, das ist das erste Minus seit Frühling 2024. Nach Abzug der Teuerung beträgt der Rückgang 3 %.
Die Zahlen stammen aus dem Greix-Kaufpreisindex des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, über den das Handelsblatt am 5. November berichtete. Der Index beruht auf notariell beurkundeten Verkäufen aus den Sammlungen der Gutachterausschüsse, nicht auf Inseraten. Er zeigt also, was Käufer tatsächlich bezahlt haben.
Gegenüber dem zweiten Quartal legten Eigentumswohnungen noch um 0,5 % zu. Im Jahresvergleich ging der Preis aber erstmals seit dem zweiten Quartal 2024 zurück. Im August hatte das Institut für das Vorquartal noch ein Plus von 0,4 % gemeldet. Greix-Projektleiter Jonas Zdrzalek sagte dem Handelsblatt, der Anstieg sei «praktisch zum Stillstand gekommen». Er spricht von einer Trendwende.
Berlin fällt, Köln steigt
Die grossen Städte entwickeln sich unterschiedlich. In Berlin sanken die Preise für Wohnungen zum Vorquartal um 0,9 % und zum Vorjahr um 2,9 %. Dort liegt der Jahresvergleich schon das dritte Quartal in Folge im Minus. Köln verzeichnete dagegen 2,8 % mehr zum Vorquartal und 4,6 % mehr zum Vorjahr. Frankfurt legte zum Vorquartal um 2,4 % zu, Düsseldorf um 0,8 %. Stuttgart und Leipzig traten an Ort.
Einfamilienhäuser verbilligten sich zum Vorquartal um 0,5 %, liegen im Jahresvergleich aber noch 0,9 % im Plus. Mehrfamilienhäuser gaben zum Vorquartal um 0,2 % nach, wobei die Aussagekraft wegen der geringen Zahl an Verkäufen eingeschränkt ist. Teuerungsbereinigt fällt das Bild klarer aus: Einfamilienhäuser verloren im Jahresvergleich 2 %, Mehrfamilienhäuser 5,2 %.
Mieten ziehen wieder an
Das Kaufgeschäft läuft zäh. Laut Zdrzalek bleiben Objekte länger inseriert, und die Angebotspreise werden häufiger gesenkt. Vonovia-Finanzchef Philip Grosse berichtete zuletzt ebenfalls von grosser Zurückhaltung der Käufer beim Verkauf von Eigentumswohnungen. Die hohen Bauzinsen erschweren die Finanzierung, auch wenn die Preise stagnieren oder sinken.
Bei den Mieten zeigt sich das Gegenteil. Der Greix-Mietindex, den das Institut am 15. Oktober veröffentlichte, stieg im dritten Quartal um 1,2 % zum Vorquartal und um 3,7 % zum Vorjahr. Das war der stärkste Quartalsanstieg seit Anfang 2025. Unter den acht grössten Städten führte Hamburg mit 6,7 % im Jahresvergleich.
Quellen
- Kaufpreise für Wohnungen sinken erstmals seit mehr als zwei Jahren (05.11.2026) – Handelsblatt
- GREIX Rental Price Index Q3 2026: Asking rents pick up again, existing-stock apartments drive the trend (15.10.2026) – Kiel Institut für Weltwirtschaft
- GREIX Kaufpreisindex: Ergebnisse für 2026 Q2 (06.08.2026) – Kiel Institut für Weltwirtschaft
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.