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Brexit-Reset: London und Brüssel einigen sich auf Entwurf, Kontrollen für Lebensmittel sollen fallen

3. November 2026, 04:37 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Grossbritannien und die EU haben laut BBC einen 200-seitigen Entwurf ausgehandelt, der die meisten Kontrollen im Lebensmittelhandel abschafft. Die Regierung rechnet langfristig mit 5,1 Mrd. Pfund (CHF 5,6 Mrd.) Nutzen pro Jahr. Im Gegenzug übernimmt London EU-Regeln.

Vor dem Gipfel zwischen Grossbritannien und der EU liegt ein erster grosser Baustein auf dem Tisch. Wie die BBC am 3. November berichtet, wurde der Entwurf für ein Abkommen zu Pflanzen- und Tierschutzstandards an die EU-Staaten verteilt. Die Botschafter der Mitgliedländer beraten am Mittwoch, 4. November, darüber. Der Gipfel soll laut britischen Medienberichten am 20. November in Brüssel stattfinden. Fachleute nennen das Abkommen kurz SPS.

Was sich für Exporteure ändert

Das Abkommen würde mehrere Gebühren und Nachweise beseitigen, die seit dem Brexit anfallen. Dazu gehören Gesundheitszeugnisse für Exporte zu 200 Pfund (CHF 220), Pflanzenschutzzeugnisse zu 25 Pfund (CHF 27), Inspektionsgebühren, Bio-Zertifikate sowie ein Teil der Hafen- und Probenahmegebühren. Frische Würste, Burger, Muscheln aus britischen Gewässern und Saatkartoffeln könnten wieder in die EU geliefert werden. Die Regierung beziffert den wirtschaftlichen Nutzen auf 5,1 Mrd. Pfund (CHF 5,6 Mrd.) jährlich, allerdings erst auf längere Sicht.

Der Preis dafür ist die sogenannte dynamische Angleichung: London verpflichtet sich, bestehende und künftige EU-Regeln für Lebensmittel, Tiere und Pflanzen zu übernehmen. Ausnahmen bleiben, etwa bei der Gen-Editierung in England. Ein geplantes Gesetz, die European Partnerships Bill, soll den rechtlichen Rahmen schaffen. Supermärkte und Bauernvertreter unterstützen den Plan, Brexit-Befürworter kritisieren die Rückkehr zu EU-Regeln.

Auch Emissionshandel und Strom im Paket

Für die Industrie könnte ein zweiter Entwurf wichtiger sein. Er sieht vor, die Emissionshandelssysteme zu verbinden. Britische Exporteure müssten damit die neue CO2-Grenzabgabe der EU nicht bezahlen. Weitere Texte betreffen ein Jugend-Austauschprogramm, dessen Grösse noch politisch geklärt wird, sowie die Wiederanbindung an den Strommarkt. Tiefere Studiengebühren für EU-Studierende dürften sich auf nächstes Jahr verschieben. Die Daily Mail berichtet unter Berufung auf ungenannte Quellen, London sei bereit, dafür 450 Mio. Pfund (CHF 494 Mio.) pro Jahr aufzuwenden, wenn britische Firmen im Gegenzug vom EU-Programm «Made in Europe» profitieren. Offiziell bestätigt ist das nicht.

Der Wirtschaft reicht das nicht. Die British Chambers of Commerce (BCC) befragten über 1000 Firmen: 56 % der Exporteure wollen, dass Zollformalitäten und Verzögerungen wegfallen, bei den Industriefirmen sind es 58 %. 42 % sehen Zölle, Kontingente oder Ursprungsregeln als Hindernis. Der Verband schlägt vor, neun Modelle zu prüfen, darunter eine Zollunion und ein Abkommen nach Schweizer Vorbild. Generaldirektorin Shevaun Haviland sagte sinngemäss, Stillstand sei keine Option ohne Folgen. Premierminister Andy Burnham will den Gipfel nutzen, um eine längerfristige Debatte über die Beziehung zur EU anzustossen.

Quellen

  1. UK and EU agree draft deal to scrap Brexit red tape over food exports (03.11.2026) – BBC, via Yahoo News
  2. UK - EU Trade Relationship Needs To Change (02.11.2026) – British Chambers of Commerce
  3. Major Business Group Calls For Fundamental Change In UK-EU Relationship (03.11.2026) – Seaside Radio
  4. Burnham offers £450m EU tuition fee subsidy for UK-EU trade access (02.11.2026) – Daily Mail, via Head Topics

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.