Idorsia: Neuer Chef Wandeler hält an den Blockbuster-Hoffnungen fest, nennt aber keinen Zeitplan
Roland Wandeler will das Allschwiler Biotechunternehmen nicht neu ausrichten. Er traut beiden zugelassenen Medikamenten Milliardenumsätze zu. Die Kasse bleibt jedoch knapp, und die Aktie gibt am Donnerstag nach.
Roland Wandeler führt Idorsia seit dem 1. Oktober. Nach gut vier Wochen im Amt hat er sich am 5. November im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP zur Strategie geäussert. Einen Kurswechsel plant er nicht. Das Unternehmen soll sich innerhalb der bestehenden Strategie weiterentwickeln. Im Mittelpunkt stehen die zwei zugelassenen Medikamente: das Schlafmittel Quviviq und Aprocitentan gegen resistenten Bluthochdruck.
Für beide sieht Wandeler weiterhin das Potenzial zum Blockbuster, also zu einem Medikament mit einem Jahresumsatz von über 1 Mrd. Dollar (CHF 818 Mio.). Einen Zeitplan dafür nannte er nicht. Bei Quviviq sei Idorsia auf gutem Weg, in den USA gebe es aber noch Aufholpotenzial. Bei Aprocitentan stimmt ihn der fokussiertere Vertrieb zuversichtlich. Der Zugang zum Medikament sei einfacher geworden, und erste Signale aus spezialisierten Zentren deuteten darauf hin, dass der neue Ansatz greife.
Quviviq wächst, der Verlust bleibt gross
Der Abstand zum Ziel ist noch beträchtlich. In den ersten neun Monaten setzte Idorsia mit Quviviq rund 142 Mio. Franken um, 54 % mehr als im Vorjahr. Für das ganze Jahr peilt das Unternehmen 200 Mio. Franken an. Der Gesamtumsatz blieb mit 172 Mio. Franken auf Vorjahreshöhe. Der Betriebsverlust nach US-Rechnungslegung betrug 99 Mio. Franken, der Nettoverlust 206 Mio. Franken. Für das Gesamtjahr rechnet Idorsia mit einem Betriebsverlust von 160 Mio. Franken.
Finanzierung bleibt das zentrale Thema
Die flüssigen Mittel lagen Ende September je nach Angabe bei 80 bis 85 Mio. Franken. Dazu kommen laut AWP weitere Finanzierungsmöglichkeiten von 100 Mio. Franken. Mit steigenden Umsätzen will Idorsia die Schulden abbauen und mittelfristig profitabel werden. Die eigene Forschung bleibt wichtig, soll aber unter strikter Kapitaldisziplin laufen.
Für Aprocitentan hatte Idorsia am 29. Oktober ein Finanzpaket angekündigt. Eine Gruppe von Anleihegläubigern der Zweckgesellschaft Idorsia Investments stellt 72 Mio. Franken bereit, Idorsia selbst steuert über zwei Jahre 48 Mio. Franken bei. Das Geld fliesst in einen gezielten Marktstart in den USA, später in Europa und Kanada. Die Gewinnschwelle ist für 2029 geplant. Die Gläubiger erhalten neue Anleihen und nach Rückzahlung der Schulden 12 % der Erlöse aus drei Wirkstoffen. Die nötigen Zustimmungen stehen noch aus, der Abschluss wird bis Ende 2026 erwartet.
Die Idorsia-Aktie notierte am Donnerstag um 14 Uhr bei 4.27 Franken, 3,2 % tiefer als am Vortag.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.