Intel bricht um fast 30 % ein und reisst Chipwerte mit, Nasdaq fällt rund 2,5 %, SMI hält sich im Plus
An der Wall Street spitzt sich der Ausverkauf bei Technologiewerten zu. Intel verliert nach dem schwachen Ausblick zeitweise rund 30 % und zieht AMD, Qualcomm und Arm mit nach unten. Der SMI profitiert dagegen von der Flucht in defensive Titel.
Die Intel-Aktie notierte am Freitag kurz nach 16.30 Uhr Schweizer Zeit bei rund 65,70 Dollar (CHF 54,10), nach 92,07 Dollar (CHF 75,80) am Vorabend. Das entspricht einem Minus von knapp 29 %. Laut Financial Times steuert das Papier auf den stärksten Tagesverlust seit 1974 zu, die Zeit spricht vom womöglich grössten Einbruch der Firmengeschichte. Im Tief könnten nach Angaben des Standard über 137 Mrd. Dollar (CHF 113 Mrd.) an Börsenwert verloren gehen.
Schwacher Ausblick trotz guter Zahlen
Auslöser ist die Prognose für das Weihnachtsquartal. Intel erwartet einen Umsatz von 15 bis 16 Mrd. Dollar (CHF 12,4 bis 13,2 Mrd.), Analysten hatten mit gut 17 Mrd. Dollar (CHF 14,1 Mrd.) gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll nur 0,25 Dollar (CHF 0,21) erreichen, die Bruttomarge auf 38 % fallen. Finanzchef David Zinsner rechnet mit einem schwachen PC-Markt mindestens bis Mitte 2027. Dabei war das dritte Quartal solide: Der Umsatz stieg um 21 % auf 16,5 Mrd. Dollar (CHF 13,6 Mrd.), das Rechenzentrumsgeschäft wuchs um 78 %.
Der Kurssturz greift auf die ganze Branche über. AMD verlor rund 10 %, Qualcomm und Arm je über 11 %, Nvidia knapp 4 %. Auch Amazon stand unter Druck, nachdem der Ausblick für das Weihnachtsquartal enttäuscht hatte. Die Aktie fiel zeitweise um 6 %, erholte sich danach aber teilweise. Der Nasdaq Composite büsste rund 2,5 % ein, der S&P 500 rund 1,5 %. Der technologielastige Nasdaq 100 fiel laut cash.ch auf den tiefsten Stand seit Anfang August.
Anleger zweifeln an den KI-Milliarden
Hinter dem Ausverkauf steht die wachsende Sorge, dass die enormen Investitionen in künstliche Intelligenz sich erst spät auszahlen. Bereits am Donnerstag hatte Alphabet einen Rekordverlust an Börsenwert erlitten. «Am Markt gilt derzeit: erst verkaufen, dann fragen», sagte Matt Britzman, Analyst beim britischen Vermögensverwalter Hargreaves Lansdown. Die DZ Bank hielt fest, dass gute Ergebnisse allein nicht mehr ausreichten.
SMI profitiert von defensiven Schwergewichten
Die Schweizer Börse zeigte sich unbeeindruckt. Der SMI stand am Nachmittag rund 0,3 % im Plus bei gut 14 800 Punkten, nur knapp unter dem Rekordhoch vom Donnerstag. Gefragt waren laut cash.ch Nestlé, Givaudan, Swiss Re und Novartis. Unter Druck standen dagegen der Technologiewert Logitech und ABB. Der Franken blieb stark, der Euro notierte knapp über 92 Rappen.
Quellen
- Börsen-Ticker: US-Börsen gibt weiter nach – Nasdaq mit grössten Verlusten – Amazon und Intel unter Druck – SMI baut Gewinne aus (30.10.2026) – cash.ch
- Intel plummets over 28% as weak forecast overshadows earnings beat (30.10.2026) – Investing.com
- Chipriese Intel zieht Techkonzerne nach unten (30.10.2026) – Der Standard
- US tech stocks tumble as earnings stoke AI spending fears (30.10.2026) – Financial Times
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.