International

Italien bittet Banken zur Kasse: Gewinnsteuer steigt auf 30,5 %, Defizit soll 2027 auf 3,4 % wachsen

29. Oktober 2026, 01:23 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Die Regierung von Giorgia Meloni hat am 28. Oktober das Budget für 2027 verabschiedet. Steuersenkungen und Mehrausgaben von 26 Mrd. Euro werden zu einem grossen Teil von Banken und Versicherern bezahlt. Das Defizit steigt über die EU-Grenze von 3 %.

Das Kabinett in Rom hat am Mittwoch das letzte Budget vor den Parlamentswahlen genehmigt, die im kommenden Jahr anstehen. Laut Ministerpräsidentin Giorgia Meloni umfasst das Paket Steuersenkungen und zusätzliche Ausgaben von rund 26 Mrd. Euro, umgerechnet etwa CHF 24 Mrd. Meloni betonte an der Medienkonferenz, man habe keine Mittel wahllos verteilt und keine Versprechen gemacht, die man nicht halten könne. Das berichtete die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore.

Banken und Versicherer zahlen über 5 Mrd. Euro

Den grössten Beitrag liefert die Finanzbranche. Für Banken steigt die Körperschaftssteuer IRES, also die Steuer auf den Unternehmensgewinn, von 27,5 % auf 30,5 %. Versicherer zahlen künftig 27 % statt 24,1 %, wie das Handelsblatt schreibt. Zusammen sollen Finanzfirmen mehr als 5 Mrd. Euro beisteuern. Energieunternehmen und die Glücksspielbranche tragen je 700 Mio. Euro bei. Zudem will Meloni die Steuer auf Finanztransaktionen erhöhen, ohne einen Satz zu nennen.

Eine Einigung mit der Branche im Voraus sei nicht möglich gewesen, sagte Meloni laut der Nachrichtenagentur Reuters. Klagen der betroffenen Firmen erwartet sie nicht. Vizewirtschaftsminister Maurizio Leo erklärte, die Mehrbelastung sei so ausgestaltet, dass sie die Eigenkapitalquoten der Banken nicht beeinträchtige.

Entlastung für den Mittelstand

Auf der anderen Seite profitieren mittlere Einkommen. Der Steuersatz von 33 % gilt neu für Einkommen bis 55 000 Euro statt bis 50 000 Euro, darüber werden 43 % fällig. Die Ersparnis beträgt laut Meloni höchstens rund 500 Euro pro Jahr. Selbständige zahlen den Pauschalsatz von 15 % neu bis zu einem Einkommen von 100 000 Euro, bisher lag die Grenze bei 85 000 Euro. Mehr Geld erhält auch das staatliche Gesundheitswesen.

Defizit über der EU-Grenze

Das Haushaltsdefizit soll 2027 auf 3,4 % des Bruttoinlandprodukts steigen, nach erwarteten 2,9 % im laufenden Jahr. Damit liegt Italien über der EU-Obergrenze von 3 %. Rund die Hälfte der Massnahmen finanziert Rom über eine nationale Ausweichklausel der EU, die höhere Defizite für Verteidigung und grüne Investitionen erlaubt. Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti will damit etwa Klimaanlagen in Schulen, Spitälern und Sportstätten erneuern. Die Steuerlast ist seit Melonis Amtsantritt Ende 2022 laut Reuters um rund 1,5 Prozentpunkte auf 43 % der Wirtschaftsleistung gestiegen.

Für Italiens Bankaktien kommt die Nachricht in einer bewegten Woche. Am Donnerstag stimmen die Aktionäre von Monte dei Paschi über die Übernahme durch Intesa Sanpaolo ab, die von der EZB bereits genehmigt wurde.

Quellen

  1. Italy approves 2027 budget with tax hikes on banks and energy firms (28.10.2026) – Reuters / Investing.com
  2. Europa: Italien plant milliardenschwere Steuersenkungen und höhere Bankenabgaben (28.10.2026) – Handelsblatt
  3. Budget: Meloni says the measure is worth around 26 billion (28.10.2026) – Il Sole 24 Ore
  4. Italy Approves 2027 Budget with Tax Hikes on Banks, Energy Firms (28.10.2026) – Global Banking & Finance Review

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.