Kanada: Budget 2026 bringt 142 Mrd. Dollar (CHF 83 Mrd.) neue Massnahmen, Zinskosten überholen Gesundheit
Finanzminister François-Philippe Champagne hat am 5. November das zweite Budget der Regierung Carney vorgelegt. Neue Massnahmen von 142,1 Mrd. Kanadischen Dollar (CHF 83 Mrd.) sollen Investitionen anlocken. Ein Weg zum ausgeglichenen Haushalt ist nicht in Sicht.
Das kanadische Budget 2026 setzt auf Investitionen und nimmt dafür weitere Defizite in Kauf. Die neuen Steueranreize und Ausgaben umfassen über fünf Jahre 142,1 Mrd. Kanadische Dollar (CHF 83 Mrd.). Dazu kommen 9,4 Mrd. Kanadische Dollar (CHF 5,5 Mrd.), die seit dem Frühjahrsupdate beschlossen wurden. Die Regierung spricht von einem Investitions-Superzyklus und will in den kommenden Jahren 1000 Mrd. Kanadische Dollar (CHF 583 Mrd.) an Direktinvestitionen aus dem Ausland anziehen.
Grösster Posten ist die Sofortabschreibung
Die grösste einzelne Massnahme ist die bereits angekündigte «Productivity Mega Deduction» mit 36,1 Mrd. Kanadischen Dollar (CHF 21 Mrd.). Firmen sollen neue Anlagen und Gebäude sofort steuerlich abschreiben können. Champagne nannte dies laut BNN Bloomberg den umfassendsten Umbau der Unternehmensanreize seit Generationen. Die Verteidigungsausgaben im Kernbereich steigen von 75,1 Mrd. Kanadischen Dollar (CHF 44 Mrd.) im Haushaltsjahr 2026/27 auf 99,2 Mrd. Kanadische Dollar (CHF 58 Mrd.) im Jahr 2030/31.
Auch der Finanzsektor ist betroffen. Die staatliche Einlagensicherung CDIC soll Guthaben künftig bis 250 000 Kanadische Dollar (CHF 146 000) statt bis 100 000 Kanadische Dollar (CHF 58 000) schützen. Zudem schlug Champagne laut Bloomberg neue Regeln für das Eigentum an Banken vor. Sie sollen es mittelgrossen Instituten erleichtern, Einlagen zu sammeln und zu wachsen. Der kanadische Bankenmarkt wird heute von sechs Grossbanken geprägt.
Defizit sinkt nur langsam
Für das laufende Haushaltsjahr rechnet Ottawa mit einem Defizit von 62,3 Mrd. Kanadischen Dollar (CHF 36 Mrd.), 3 Mrd. Kanadische Dollar (CHF 1,8 Mrd.) weniger als im Frühjahr erwartet. In jedem der nächsten vier Jahre bleibt es laut BNN Bloomberg über 50 Mrd. Kanadischen Dollar (CHF 29 Mrd.). Die Einnahmen fallen zwar höher aus als geplant, die Regierung gibt das Plus aber aus. Der laufende Betriebshaushalt soll im nächsten Jahr ausgeglichen sein, die Kapitalinvestitionen sind davon ausgenommen.
Die Zinslast steigt dabei deutlich. Die Kosten für die Staatsschulden erreichen laut Budget 60,2 Mrd. Kanadische Dollar (CHF 35 Mrd.) und übertreffen damit ab diesem Jahr die Gesundheitstransfers an die Provinzen von 57,4 Mrd. Kanadischen Dollar (CHF 33 Mrd.). Heute fliessen rund 10 Cent jedes Steuerdollars in den Schuldendienst, bis 2030 sollen es rund 14 Cent sein.
Die Reaktionen sind geteilt. Jimmy Jean, Chefökonom von Desjardins, nannte das Budget gegenüber Global News sehr ambitioniert und riskant: Ohne Umsetzung würden sich die Schuldenkennzahlen deutlich verschlechtern. Der Ökonom Don Drummond von der Queen's University kritisierte gegenüber BNN Bloomberg, das Budget tue nichts gegen die hohe Verschuldung. Champagne hielt dagegen, die Schuldenlast sei im historischen Vergleich tief.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.