Mercedes-Benz senkt Gewinnprognose wegen China-Schwäche und höherer Kosten, Aktie fällt über 4 %
Mercedes-Benz rechnet für 2026 nur noch mit einem Betriebsgewinn auf Vorjahresniveau. Grund sind das schwache China-Geschäft und höhere Kosten im Schlussquartal. Die Aktie gehört am Dienstag zu den grössten Verlierern im DAX.
Der Stuttgarter Autobauer hat am Dienstag, 27. Oktober, kurz vor 10 Uhr per Ad-hoc-Mitteilung seinen Ausblick für das Gesamtjahr gesenkt. Gleichzeitig legte er einen Tag früher als geplant erste, ungeprüfte Eckdaten zum dritten Quartal vor. Den vollständigen Quartalsbericht will Mercedes-Benz am Mittwoch, 28. Oktober, veröffentlichen.
Was sich an der Prognose ändert
Beim Betriebsgewinn (EBIT) erwartet der Konzern 2026 nur noch ein Ergebnis auf Vorjahresniveau. Bisher hatte er einen deutlichen Anstieg in Aussicht gestellt. 2025 lag das EBIT laut Handelsblatt bei 5,8 Milliarden Euro. Die bereinigte Umsatzrendite der Autosparte soll nun 2 bis 3 % erreichen statt wie bisher 3 bis 5 %. Der freie Cashflow im Industriegeschäft, also das Geld, das nach Investitionen übrig bleibt, dürfte deutlich statt nur leicht unter dem Vorjahr liegen.
Unverändert bleiben die Ziele für die Transporter-Sparte Vans mit einer Rendite von 8 bis 10 % und für die Finanzdienstleistungen. Als Gründe nennt Mercedes-Benz das «zunehmend herausfordernde Marktumfeld in China» sowie höhere Kosten im vierten Quartal, unter anderem für Material.
Quartal mit gemischtem Bild
Die vorläufigen Zahlen zum dritten Quartal fielen teils besser aus als erwartet. Das EBIT stieg auf 1,77 Milliarden Euro, nach 750 Millionen Euro im Vorjahresquartal, das allerdings durch hohe Sonderkosten für Stellenabbau und Rechtsstreitigkeiten belastet war. Analysten hatten laut Mitteilung mit 1,6 Milliarden Euro gerechnet. Die Autosparte erreichte eine bereinigte Rendite von 2,5 %, nach 4,8 % ein Jahr zuvor. Enttäuschend war der freie Cashflow im Industriegeschäft: Er betrug nur 172 Millionen Euro, erwartet worden waren 422 Millionen Euro.
Besonders schwer wiegt China. Nach neun Monaten lagen die Auslieferungen dorthin laut Handelsblatt um 29 % unter dem Vorjahr. Der chinesische Automarkt ist in diesem Jahr um mehr als ein Fünftel geschrumpft, vor allem wegen der hohen Treibstoffpreise infolge des Iran-Kriegs. Bereits im Sommer hatte Mercedes-Benz seine Absatzerwartungen zurückgenommen.
Deutliche Kursreaktion
An der Börse fiel die Aktie zeitweise um mehr als 5 %. Gegen 11.20 Uhr notierte sie bei rund 39,56 Euro, knapp 4,4 % unter dem Schlusskurs vom Montag, während der DAX kaum verändert war. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi rechnet laut der Nachrichtenagentur AWP damit, dass die Markterwartungen an das Ergebnis nun um rund 10 % sinken könnten.
Quellen
- EQS-Adhoc: Mercedes-Benz Group AG passt den Ausblick für das Gesamtjahr 2026 basierend auf im vierten Quartal erwarteten Effekten an (27.10.2026) – onvista / EQS
- China-Schwäche: Mercedes kappt Gewinnprognose - Aktie verliert (27.10.2026) – cash.ch / AWP
- Chinaflaute und Irankrieg – Mercedes senkt Gewinnprognose deutlich (27.10.2026) – Handelsblatt
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.