Nvidia verlangt laut FT-Bericht von Cloud-Kunden: Mindestens 51 % der Dienste ausserhalb Chinas verkaufen
Wer Nvidia-Chips mietet und Rechenleistung weiterverkauft, soll die Mehrheit seines Geschäfts mit nicht-chinesischen Firmen machen. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf anonyme Quellen. Der Schritt fällt in eine Phase wachsenden Drucks aus Washington.
Nvidia hat Cloud-Anbieter laut einem Bericht der Financial Times vom 3. November angewiesen, ihr Geschäft mit chinesischen Unternehmen zu verringern. Betroffen sind Firmen, die Nvidia-Hardware leasen und die Rechenleistung an Dritte weitergeben. Sie sollen mindestens 51 % ihrer Dienste an Kunden ausserhalb Chinas verkaufen. Die Angaben stützen sich auf anonyme Quellen, eine offizielle Bestätigung lag in den von uns ausgewerteten Berichten nicht vor. Auch wann die Vorgabe gilt und was bei Verstössen droht, ist daraus nicht ersichtlich.
Darüber hinaus soll Nvidia seinem weiteren Kreis von Rechenzentrumskunden empfohlen haben, das China-Geschäft generell zu reduzieren.
Das Schlupfloch der Mietchips
Der Hintergrund: Chinesische KI-Firmen dürfen die besten US-Chips nicht einfach kaufen, sie können aber im Ausland Rechenleistung mieten. Dieser Fernzugriff ist bisher nicht verboten. Wie Bloomberg im August berichtete, prüft die Vollzugsabteilung des Bureau of Industry and Security (BIS), einer Behörde des US-Handelsministeriums, genau diese Praxis.
Auslöser war das im Juli veröffentlichte Modell Kimi K3 von Moonshot AI, das in Vergleichstests nahe an die neuesten Systeme von Anthropic und OpenAI herankam. Bloomberg berichtete zudem, dass Alibaba in Malaysia über die Singapurer Firma Megaspeed auf Nvidia-Chips zugreift. Megaspeed wurde laut diesem Bericht in den USA wegen möglicher Chip-Umleitungen untersucht. Das US-Repräsentantenhaus hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, der der Behörde Befugnisse über solche Cloud-Geschäfte geben würde. Der Senat hat noch nicht zugestimmt.
Spagat für Nvidia
Für Nvidia ist das Thema heikel. Der Konzern kritisiert die Exportkontrollen und macht sie dafür verantwortlich, dass er den chinesischen Markt an ausländische Wettbewerber verloren habe. Die Beweggründe für die neue Vorgabe nennen die vorliegenden Berichte nicht.
Die Nvidia-Aktie schloss am Montag bei 202,06 Dollar (CHF 165) und damit 1,3 % tiefer. Der Bericht erschien nach dem US-Handelsschluss.
Quellen
- Nvidia Tells Cloud Providers to Ensure Majority of Service Sales are to Non-Chinese Firms (03.11.2026) – HuggingNews
- NVIDIA requires cloud computing customers to reduce business exposure to Chinese companies (03.11.2026) – TechFlow
- The US is mapping how China rents the Nvidia chips it cannot buy (07.08.2026) – The Next Web
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.