Oracle verspricht ab 2028 wieder freie Mittel und begrenzt neue Kapitalaufnahmen: Aktie steigt um 10,7 %
Oracle will mit seinen KI-Rechenzentren schneller Geld verdienen als befürchtet. Am Investorentag in Las Vegas stellte der Softwarekonzern bis 2029 freie Mittel von über 30 Mrd. Dollar in Aussicht. Die Aktie schloss am 28. Oktober 10,7 % höher.
Oracle hat am Mittwoch in Las Vegas seine langfristigen Ziele vorgestellt. Die beiden Co-Chefs Clay Magouryk und Mike Sicilia sowie Finanzchefin Hilary Maxson präsentierten Zahlen bis zum Geschäftsjahr 2030. Das Geschäftsjahr von Oracle endet jeweils Ende Mai. Die Anleger reagierten erleichtert: Die Aktie stieg zeitweise um fast 14 % auf 148,48 Dollar und ging bei 144,54 Dollar aus dem Handel, 10,7 % über dem Vortag.
Wende beim Geldfluss ab 2028
Kern der Botschaft ist der freie Cashflow, also das Geld, das nach Abzug der Investitionen übrig bleibt. Wegen des teuren Ausbaus von Rechenzentren für künstliche Intelligenz ist er derzeit negativ. Laut Maxson soll er in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2028 wieder positiv werden und im Geschäftsjahr 2029 über 30 Mrd. Dollar erreichen, umgerechnet rund CHF 25 Mrd. Die Investitionsausgaben sollen in den Geschäftsjahren 2027 und 2028 ihren Höhepunkt erreichen und danach sinken. Ab 2029 will Oracle das Wachstum aus eigener Kraft finanzieren.
Für die Jahre 2027 bis 2030 begrenzt Oracle zusätzliche Mittelaufnahmen am Kapitalmarkt auf 20 Mrd. Dollar. Die Hälfte soll über neue Aktien kommen, die andere Hälfte über neue Schulden. Refinanzierungen bestehender Kredite sind ausgenommen. Bereits im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hatte der Konzern über ein At-the-Market-Programm, also den laufenden Verkauf neuer Aktien über die Börse, 20 Mrd. Dollar eingesammelt. Lieferantenfinanzierungen, von Kunden gestellte Hardware und Vorauszahlungen sollen den Kapitalbedarf zusätzlich senken.
Ehrgeizige Ziele für 2030
Den Umsatz will Oracle bis zum Geschäftsjahr 2030 auf mindestens 225 Mrd. Dollar steigern. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von über 35 % ab 2026. Die bereinigte operative Marge soll über 40 % liegen, der bereinigte Gewinn je Aktie über 21 Dollar. Die Verschuldung im Verhältnis zum bereinigten Betriebsergebnis vor Abschreibungen soll 2029 unter dem Faktor 3,5 liegen. Für das laufende Geschäftsjahr bestätigte Oracle einen Umsatz von mindestens 90 Mrd. Dollar und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 8,10 Dollar. Das Unternehmen will zudem seine Kreditwürdigkeit im Investment-Grade-Bereich halten und weiter eine Dividende zahlen.
Skepsis bleibt ein Thema
Der Kurssprung folgt auf ein schwieriges Jahr. Laut Reuters hatte die Aktie seit Jahresbeginn rund ein Drittel an Wert verloren. Anleger sorgen sich vor allem um die hohen Ausgaben für KI-Infrastruktur und die Abhängigkeit von einem einzelnen Grosskunden, dem ChatGPT-Entwickler OpenAI, der weiterhin Verluste schreibt. Zudem ist die Umsatzbasis von Oracle kleiner als jene der Konkurrenten Microsoft und Amazon. Die Financial Times berichtete, Oracle habe den Investoren signalisiert, dass sich die KI-Wette früher auszahlen solle als erwartet.
Quellen
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.