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RBI behält alle Addiko-Töchter: Verkauf an die Alta Group scheitert am Lizenzentzug in Serbien

2. November 2026, 13:38 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Raiffeisen Bank International rechnet nicht mehr mit dem Weiterverkauf der Addiko-Banken in Serbien, Bosnien und Montenegro. Nach dem Aus der Alta Banka fehlt dem Käufer die Aussicht auf eine Bewilligung. Die Übernahme wird damit grösser als geplant.

Die österreichische Raiffeisen Bank International (RBI) erwartet, Eigentümerin aller Addiko-Töchter zu bleiben, auch jener in Serbien. Das teilte die Bank am Abend des 1. November mit. Die RBI ist nicht mit der Schweizer Raiffeisen-Gruppe verbunden.

Auslöser ist der Entzug der Banklizenz der Alta Banka durch die serbische Nationalbank. Die Aufsicht begründete den Schritt laut dem Fachportal Börsianer mit hohen Liquiditätsabflüssen. Die RBI geht deshalb nicht mehr davon aus, dass die Alta Group die Bewilligung für den vereinbarten Carve-out erhält. So nennt man das Herauslösen und den Verkauf einzelner Unternehmensteile.

Ein Bieterkampf mit Nachspiel

Der Plan stammte aus dem monatelangen Bieterkampf um die Wiener Addiko Bank. Die RBI bot im April zunächst 23,05 Euro (CHF 21) je Aktie und erhöhte später auf 26,50 Euro (CHF 24). Die slowenische NLB legte zuletzt 37 Euro (CHF 34) auf den Tisch, was die Addiko mit rund 721 Mio. Euro (CHF 663 Mio.) bewertet hätte. Trotzdem setzte sich die RBI durch. Die Alta Group stand auf ihrer Seite und hielt im Juli laut Reuters 9,63 % direkt sowie über Finanzinstrumente weitere 30 %.

Im Gegenzug sollte Alta die Banken in Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro erhalten. Die RBI wollte nur die Geschäfte in Kroatien und Slowenien in ihr Netz einbauen. Für das Angebot lagen nach Angaben der Anwaltskanzlei Latham & Watkins Annahmen über 56,16 % der betroffenen Aktien vor, knapp über der Mindestschwelle von 55 %. Abgeschlossen ist die Transaktion aber noch nicht.

Offene Fragen

Laut Der Standard muss die RBI nun die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden zum Zukauf einholen. Fristen nennt die Bank nicht. Die Mitteilung enthält auch keine Angaben zu den finanziellen Folgen.

Unklar ist zudem, was aus den möglichen Nachzahlungen wird, die die RBI den Aktionären aus den geplanten Verkäufen von Töchtern in Aussicht gestellt hatte. Börsianer wirft ausserdem die Frage auf, ob ein Insolvenzverwalter der Alta Banka Ansprüche auf jene Addiko-Aktien erheben könnte, die das Institut an die RBI übertragen hatte. Eine Antwort darauf gibt es bisher nicht.

Quellen

  1. Statement on the Acquisition of Addiko Group (01.11.2026) – Raiffeisen Bank International
  2. Addiko-Übernahme: RBI dürfte vorerst alle Tochterbanken behalten (02.11.2026) – Der Standard
  3. RBI bekommt Addiko Bank ganz (01.11.2026) – Börsianer
  4. Raiffeisen Bank International gewinnt Bieterkampf um Addiko Bank (24.07.2026) – cash.ch / Reuters
  5. Latham & Watkins Advises Alta Group on Raiffeisen Bank International Tender Offer for Addiko Bank (05.10.2026) – Latham & Watkins

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.