Rohstoffe

Reis in Asien so teuer wie seit fast zwei Jahren: El Niño und knappes Angebot schüren die Teuerung

5. November 2026, 03:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Das Grundnahrungsmittel Asiens wird teurer. Ein Referenzpreis für Reis erreichte laut Bloomberg den höchsten Stand seit fast zwei Jahren. Vietnam verteuert sich besonders stark, und das Wetterphänomen El Niño bedroht die nächsten Ernten.

Bloomberg meldete am 5. November, ein asiatischer Referenzpreis für Reis sei auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren gestiegen. El Niño störe die Produktion und könne die Nahrungsmittelteuerung beschleunigen. Reis ist in weiten Teilen Asiens das wichtigste Grundnahrungsmittel.

Die jüngste Wochenumfrage von Reuters unter Händlern zeigt das Ausmass. Vietnamesischer Reis mit 5 % Bruchanteil kostete am 29. Oktober 470 bis 480 Dollar (CHF 380 bis 390) je Tonne. Das waren rund 30 Dollar (CHF 24) mehr als eine Woche zuvor und so viel wie seit Januar 2025 nicht mehr. Ende Juni lag derselbe Preis noch bei 412 Dollar (CHF 336), das ergibt ein Plus von rund 15 %. Thailändischer Reis hielt bei rund 480 Dollar (CHF 390).

Vietnam hat kaum Vorräte

Der Sprung in Vietnam geht vor allem auf das knappe Angebot zurück. Die Lager sind dünn, die Herbst-Winter-Ernte beginnt erst Ende November und dürfte nur etwa halb so gross ausfallen wie die Sommer-Herbst-Ernte. Händler rechnen zudem damit, dass die Philippinen im November wieder einkaufen. Das Land hängt stark von Vietnam ab: Von Januar bis April bezog es 1,68 Millionen Tonnen Reis, über 86 % davon aus Vietnam.

Indien bleibt die günstige Ausweichquelle. Dort kostet die vergleichbare Qualität 387 bis 394 Dollar (CHF 315 bis 321), weshalb afrikanische Käufer zunehmend dorthin wechseln. Neue Ernten aus dem Norden stützen das Angebot. Der Fachdienst CMB News bezeichnet Indiens Exportpolitik jedoch als grosse Unbekannte, weil die Regierung empfindlich auf steigende Nahrungsmittelpreise reagiere.

El Niño wird zum Risiko für 2027

Laut CMB News dürfte ein sehr starker El Niño bis Anfang 2027 anhalten. Das Wetterphänomen bringt in Indien und im südostasiatischen Festland oft zu wenig und unregelmässigen Regen. In Vietnam verzögerte sich die Aussaat bereits. Der Dienst erwartet für die nächsten vier bis sechs Wochen feste bis steigende Preise. Rückschläge dürften flach ausfallen.

Für Notenbanken der Region kommt das zur Unzeit. Die Philippinen meldeten für Oktober eine Teuerung von 7,8 %, auch wegen der hohen Energiepreise. Teureres Öl verteuert zudem Dünger und Transport. In Bangladesch bleibt Reis deshalb trotz ausreichender Lager teuer. Sinkt der Ölpreis nach dem Rückschlag dieser Woche weiter, wäre das eine gewisse Entlastung.

Quellen

  1. El Niño Pushes Asia Rice Prices to 2-Year High, Threatening Inflation (05.11.2026, Anriss im Feed) – Bloomberg
  2. Asia rice: Indian rice prices firm, Vietnam rates climb to near two-year highs (29.10.2026) – Reuters via Business Recorder
  3. Vietnam Rice Rally Pushes Asian Export Market Toward Tighter Phase (31.10.2026) – CMB News via Infoarroz
  4. Vietnam rice prices climb as supply tightens (28.06.2026) – IntelliNews
  5. Philippines boosts rice imports amid El Niño risks and rising inflation (14.05.2026) – VietnamPlus

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.