Konjunktur

Teuerung in der Schweiz: Ökonomen rechnen für Oktober mit 1,2 bis 1,3 %, die SNB dürfte abwarten

2. November 2026, 17:58 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Am Dienstag, 3. November, veröffentlicht das Bundesamt für Statistik die Oktober-Teuerung. Teure Energie dürfte die Rate weiter nach oben schieben. Trotzdem rechnen Ökonomen nicht damit, dass die Nationalbank die Zinsen anhebt.

Die Schweiz steuert auf den höchsten Teuerungswert seit gut zwei Jahren zu. Von Bloomberg befragte Ökonomen erwarten für Oktober eine Jahresteuerung von 1,2 %, wie cash.ch berichtet. Der von Trading Economics ausgewiesene Konsens liegt bei 1,3 %. Im September betrug die Rate 1,0 %, im August 0,8 %. Das Bundesamt für Statistik legt die Zahl am Dienstag vor.

Energie treibt, Franken bremst

Hauptgrund sind die höheren Energiepreise infolge des Iran-Kriegs, die auf Treibstoffe und Haushalte durchschlagen. Schon im September war der Verkehr mit einem Plus von 3,6 % der grösste Preistreiber, Wohnen und Energie lagen bei 2,2 %. Nahrungsmittel blieben dagegen mit minus 1,0 % günstiger als vor einem Jahr, Bekleidung und Schuhe mit minus 1,9 % ebenso. Die Kerninflation, also die Teuerung ohne schwankungsanfällige Güter wie Energie und frische Lebensmittel, lag mit 0,5 % noch deutlich tiefer.

Bloomberg-Ökonomen sehen den Höchststand um den Jahreswechsel bei 1,4 %. Danach dürfte die Rate sinken, weil die höheren Energiepreise aus dem Jahresvergleich fallen. Auch der starke Franken wirkt dämpfend, weil er Importe verbilligt.

Bei den Strompreisen droht vorerst kein Schub. Die Tarife ändern nur einmal jährlich im Januar. Die Deutsche Bank erwartet für 2027 leicht tiefere Strompreise und erst ab 2028 wieder einen Anstieg, weil Wasserkraft und Kernenergie die Versorger teilweise von den europäischen Gaspreisen abschirmen.

Grosser Abstand zur Eurozone

Im Vergleich zum Ausland bleibt die Lage ruhig. Die vorläufigen Oktober-Zahlen liegen in Deutschland bei 2,8 %, in Frankreich bei 3,8 %, in Spanien bei 4,9 % und in Italien bei 5,6 %. Für die Eurozone insgesamt wird ein Wert von rund 4 % erwartet. In der Schweiz hat Energie ein geringeres Gewicht im Warenkorb, und Preisschübe kommen langsamer bei den Konsumenten an.

Was das für die SNB heisst

Die Schweizerische Nationalbank hat den Leitzins am 24. September bei 0 % belassen und ihre Prognosen leicht erhöht. Für 2026 erwartet sie im Jahresschnitt 0,7 % Teuerung, für 2027 und 2028 je 0,8 %. Selbst ein deutlicher Anstieg im Oktober bliebe innerhalb des Zielbands von 0 bis 2 %.

Laut cash.ch dürfte die Teuerung die SNB in ihrer Sicht bestärken, dass der Energieschock weitgehend vorübergeht und nur begrenzte Zweitrundeneffekte auslöst. Damit sind Folgewirkungen wie höhere Löhne oder breite Preiserhöhungen gemeint. Bloomberg erwartet einen unveränderten Leitzins bis Ende 2027. Der nächste Zinsentscheid folgt am 10. Dezember.

Quellen

  1. Ausblick: Steht der Schweiz bei den Inflationszahlen eine böse Überraschung ins Haus? (02.11.2026) – cash.ch
  2. Switzerland Inflation Rate (Stand 02.11.2026) – Trading Economics
  3. SNB Rate Decision September 2026: Rates Held at 0% (24.09.2026) – Admirals

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.