Unternehmen

Telekom vor den Zahlen: Höttges wirbt laut Handelsblatt bei Merz für die Fusion mit T-Mobile US

4. November 2026, 21:25 Uhr · 2 Min. Lesezeit · Redaktion TVinvestment

Deutsche-Telekom-Chef Timotheus Höttges treibt laut Handelsblatt den Zusammenschluss mit der US-Tochter weiter voran und sucht die Unterstützung von Kanzler Merz. Dabei galt der Plan seit August als auf Eis gelegt. Am Donnerstag legt der Konzern die Quartalszahlen vor.

Das Handelsblatt berichtete am Mittwochabend unter Berufung auf vier Insider, Höttges arbeite im Hintergrund weiter an einer Fusion mit T-Mobile US. Im Zentrum stehe, die Unterstützung von Bundeskanzler Friedrich Merz und der Regierung zu gewinnen. Es wäre eine der grössten Fusionen börsennotierter Unternehmen aller Zeiten. Der Artikel steht hinter einer Bezahlschranke, lesbar war nur die Zusammenfassung. Eine Bestätigung der Telekom liegt nicht vor.

Die Meldung passt nicht zum letzten Stand. Anfang August hiess es laut dem Finanzportal Börse Express unter Berufung auf Semafor, das Vorhaben sei am Widerstand grosser Minderheitsaktionäre der US-Tochter vorläufig gescheitert. Höttges wollte sich dazu am Montagabend in Düsseldorf nicht äussern und sprach gemäss Reuters von einer Spekulation aus der Presse.

Warum der Bund entscheidend ist

Berichte vom April beschrieben die Grundzüge: Eine neue Holding könnte beiden Gesellschaften ein reines Aktientauschangebot machen. Der kombinierte Konzern wäre bis zu 400 Mrd. Dollar (CHF 327 Mrd.) wert. Das läge deutlich über der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone von 1999 mit 202,7 Mrd. Dollar (CHF 166 Mrd.).

Die Telekom hielt damals rund 53 % an T-Mobile US. Bund und die staatliche Förderbank KfW besassen zusammen rund 28 % an der Telekom. Bei einer Komplettfusion würde dieser Anteil auf geschätzte 17 bis 18 % sinken, also unter die Marke von rund 25 %, die Deutschland bei strategischen Firmen traditionell halten will. Das Handelsblatt spricht vom Vetorecht der Bundesregierung. Hinzu kämen Hürden in den USA, darunter Sicherheits- und Kartellprüfungen sowie die Zustimmung von 75 % der Telekom-Aktionäre zu einer Kapitalerhöhung.

Musk erhöht den Druck

Den Hintergrund bildet auch Elon Musk. Die Washington Post berichtete am 2. November, SpaceX verhandle über die Mobilfunktochter Boost von Echostar oder den Zugang zu deren Netz. Boost mietet Kapazität bei AT&T und T-Mobile US. Die US-Tochter steuert rund zwei Drittel des Telekom-Umsatzes bei, und Höttges sagte, sie könne selbst zum Übernahmeziel werden.

Die Deutsche-Telekom-Aktie schloss am Mittwoch laut Yahoo Finance rund 3,6 % höher bei 26,76 Euro (CHF 24,57). Am Donnerstag dürfte die Aufmerksamkeit neben der Prognose vor allem Aussagen zur Konzernstruktur gelten. Anfang Oktober hatte das Unternehmen seine Ziele an einem Investorentag bestätigt.

Quellen

  1. Mobilfunk: Telekom-Chef wirbt bei der Bundesregierung für Mega-Fusion (04.11.2026) – Handelsblatt
  2. Chef der Deutschen Telekom sieht KI und Elon Musk als grösste Herausforderung (03.11.2026) – cash.ch / Reuters
  3. Deutsche Telekom plant Komplettfusion mit T-Mobile (28.04.2026) – Euronews
  4. Deutsche Telekom Aktie: 300-Milliarden-Deal vorerst gescheitert (06.08.2026) – Börse Express
  5. SpaceX reportedly wants to buy Boost Mobile (02.11.2026) – TechCrunch

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.