China bremst die Schnellschüsse der Autobauer: Neue Prüfregeln geben Tesla und GM eine Chance
Peking will verhindern, dass ungenügend getestete Autos auf den Markt kommen. Die Vernehmlassung zu den neuen Regeln endet am 10. November. Ausländische Hersteller sehen darin die Gelegenheit, mit Qualität verlorene Marktanteile zurückzuholen.
Chinas Autobranche ist für ihr Tempo bekannt. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres kamen laut dem Branchenblog China Business Spotlight 542 neue Modelle auf den Markt, also rund 3,6 pro Tag. Genau dieses Tempo will die Regierung nun bremsen. Das Industrieministerium MIIT hat zusammen mit drei weiteren Behörden Anfang Oktober den Entwurf strengerer Vorschriften für Entwicklung und Tests neuer Fahrzeuge veröffentlicht. Die Frist für Stellungnahmen läuft am 10. November ab.
Ein Jahr Test und 30 000 Kilometer
Laut dem Branchendienst Gasgoo umfasst der Entwurf 51 technische Vorgaben. Neue Modelle müssen mindestens 30 000 Kilometer Zuverlässigkeitstests absolvieren und mindestens ein Jahr lang unter Klimabedingungen erprobt werden, nach dem Muster «zwei Winter und ein Sommer». Simulationen allein genügen nicht mehr, neue Designs müssen auf der Strasse getestet werden. Vollständig versenkte Türgriffe werden verboten, ebenso faltbare oder biegsame Bildschirme. Wichtige Notfunktionen müssen über physische Bedienelemente erreichbar bleiben.
Die Regeln sollen ab dem 1. Januar 2027 für neu angemeldete Modelle gelten. Bereits zugelassene Modelle haben bis zum 1. Juli 2027 Zeit, Unterlagen nachzureichen. Wer die Vorgaben nicht erfüllt oder Prüfberichte fälscht, erhält keine Typenzulassung und darf das Auto nicht verkaufen. Der Chefingenieur des Ministeriums, Wang Weiming, bezeichnete Sicherheit laut China Daily als Lebensader jedes Autobauers. Sie dürfe nie der Innovation geopfert werden.
Auslöser sind auch Pannen. Am 21. August riefen neun Hersteller zusammen über 4 Millionen Elektro- und Hybridautos zurück, weil die inneren Notöffner schlecht sichtbar waren. In Crashtests des Prüfinstituts C-IASI liessen sich Türen mit rein elektronischen, versenkten Griffen nach einem Seitenaufprall nur in 67 % der Fälle öffnen, bei mechanischen Griffen in 98 %.
Ausländische Marken wittern ihre Chance
Profitieren könnten ausgerechnet die ausländischen Hersteller, die in China seit Jahren Marktanteile an einheimische Elektroauto-Marken verlieren. Laut der South China Morning Post nutzen rund zehn ausländische Autobauer von Tesla bis General Motors die Debatte, um chinesische Kunden von der Qualität und Zuverlässigkeit ihrer Fahrzeuge zu überzeugen. Sie arbeiten seit jeher mit längeren Entwicklungszeiten und umfangreichen Tests.
Für die chinesischen Hersteller dürften Entwicklung und Markteinführung teurer und langsamer werden. Typischerweise dauert die Entwicklung eines Modells laut Gasgoo 36 bis 48 Monate. Betroffen sind deshalb vor allem Modelle, die jetzt im Design stecken.
Quellen
- What Will Hinder the Next Batch of New Vehicles from Launching? (28.10.2026) – Gasgoo
- Safety comes first, automakers warned (26.10.2026) – China Daily
- China's EV safety push gives foreign brands from Tesla to GM an opening for a comeback (07.11.2026) – South China Morning Post (via BizToc)
- China Auto Safety Crackdown Targets Ruinous Price War (22.10.2026) – China Business Spotlight
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.