UBS-Aktie steigt um 3,7 %: Bundesrat trifft Finma, Spekulation um Morgan Stanley hält an
Der Bundesrat hat sich am Mittwoch von der Finma-Spitze über die Banken informieren lassen, auch über die strengeren Kapitalregeln für die UBS. Die Aktie liegt deutlich im Plus, angeschoben von unbestätigten Fusionsgerüchten und einem freundlichen Bankensektor.
Finma-Präsidentin Marlene Amstad und Direktor Stefan Walter berichteten dem Bundesrat am 4. November über die Risiken an den Finanzmärkten und die Lage der Schweizer Banken und Versicherer. Thema war auch die laufende Arbeit an der Stabilität des Bankensystems, darunter die Debatte über die Kapitalvorschriften für die UBS. Das Treffen ist Routine: Die Aufsicht bespricht ihre Strategie mindestens einmal im Jahr mit der Landesregierung, wie die Nachrichtenagentur AWP schreibt.
Der Streit um die Auslandstöchter
Der Bundesrat will die ausländischen Töchter systemrelevanter Banken vollständig mit hartem Kernkapital (CET1, das Kapital höchster Qualität) unterlegen. Betroffen ist nur die UBS. Der Ständerat beschloss im September eine Quote von 90 %, heute sind es 45 % CET1 und 17 % AT1-Anleihen. Die UBS schätzt den Zusatzbedarf bei 90 % auf rund 16 Mrd. Dollar (CHF 13 Mrd.), zusammen mit früheren Massnahmen auf 33 Mrd. Dollar (CHF 27 Mrd.).
Nun ist der Nationalrat am Zug. Seine Wirtschaftskommission will voraussichtlich am 23. und 24. November ihre Anträge stellen, die Debatte im Rat könnte in der Wintersession folgen. Bürgerliche Nationalräte brachten Ende September einen Kompromiss von 75 % ins Spiel. UBS-Chef Sergio Ermotti bezeichnete den Entscheid des Ständerats bei den Quartalszahlen als sehr besorgniserregend.
Rechenbeispiel statt Angebot
An der Börse kostete die UBS-Aktie am Mittag rund 40,90 Franken, 3,7 % mehr als am Vortag. Der SMI legte zur gleichen Zeit um 0,9 % zu. Das Finanzportal cash.ch führt den Sprung über 40 Franken auch auf Spekulationen über ein Interesse von Morgan Stanley zurück. Sie stützen sich auf eine Rechnung von Reuters Breakingviews: Demnach würde die US-Bank das Geschäft ausserhalb der Schweiz für rund 138 Mrd. Dollar (CHF 113 Mrd.) übernehmen, mit einem Aufschlag von 25 %. UBS-Aktionäre hielten rund ein Drittel der neuen Gruppe.
Dabei handelt es sich um ein Gedankenspiel, nicht um ein Angebot. Investing.com schreibt, es gebe keine Anzeichen für eine laufende Transaktion, Morgan Stanley lehnte einen Kommentar ab. Der cash-Kolumnist vermutet hinter den Gerüchten eine Druckkampagne vor der Debatte im Nationalrat. Bloomberg berichtete laut Investing.com unter Berufung auf Insider, manche bei der UBS sähen eine Fusion mit einer grossen US-Bank als möglichen Ausweg.
Der Kursgewinn lässt sich zudem nicht allein mit der Spekulation erklären. Auch Julius Bär stieg um 3,3 %, und europaweit gehörten die Banken nach den US-Zwischenwahlen zu den Gewinnern.
Quellen
- Bundesrat spricht mit Finma-Spitze über Bankenregulierung (04.11.2026) – cash.ch / AWP
- Fondsriese kauft beim heissesten SMI-Goldmedaillenanwärter kräftig Aktien zu (04.11.2026) – cash.ch
- UBS faces $16bn Swiss capital burden as Morgan Stanley merger talk grows (03.11.2026) – Investing.com
- UBS-Quartalszahlen von Kapitalstreit überschattet (28.10.2026) – cash.ch
- Bürgerliche Nationalräte suchen neuen Kompromiss (27.09.2026) – Vermögenszentrum
Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung aus den genannten Quellen recherchiert und in eigenen Worten verfasst. Er dient der Information und ist keine Anlageberatung.